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Miss Mary oder Die Erzieherin / von Eugene Sue ; aus dem Französischen von August Zoller
Entstehung
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ter! Nein, ſiehſt Du, ich vermöchte Dir nie auszudrücken, was ich Alles in der Stille während dieſer letzten drei Jahre gelitten habe: unabläſſig als Dritte eine Freinde zwiſchen mir und meiner Tochter ſehen!“

„Louiſe, Louiſe,“ erwiederte Herr von Morville mit dem Ausdruck eines ſanften Vorwurfs, „ich habe Dich oft in dieſer Hinſicht ausgezankt. Aus einem vortreff⸗ lichen Gefühle, Deiner Anbetung für Deine Tochter her⸗ vorgegangen, iſt dieſe Eiferſucht nicht vernünftig. Wie ſo viele andere Frauen, haſt Du nicht die genügende Er⸗ ziehung erhalten, um Deine Tochter in der Muſik, im Zeichnen, in den fremden Sprachen zu unterrichten; das iſt ein kleines Unglück; man muß ſich darein fügen.“

„Nein, das iſt . das iſt ein großes Unglück, mein Freund. Ahl wie oft habe ich über meine Unfü⸗ higkeit geweint! Eine Mutter müßte ihrer Tochter die Nahrung des Geiſtes geben, wie ſie ihr das Leben des Leibes gibt.“

„Das müßte man wohl mehr wünſchen; es wäre auch beſſer geweſen, wenn ich hätte Gerard erziehen kön⸗ nen; wir würden ihn bei uns behalten haben; doch ich wiederhole Dir, der Unmöglichkeit ſetzen wir die Reſig⸗ nation entgegen; wir bewohnen dieſes fünfzehn Meilen von Tours entfernte Gut und konnten daher keine Pro⸗ feſſoren für Alphonſine hierher kommen laſſen; wir muß⸗ ten eine Lehrerin in das Haus nehmen; thaten wir dies nicht, ſo hätten wir unſere Tochter durch ihre Erziehung tief unter allen jungen Perſonen ihrer Geburt bleiben ſehen, und für die Zukunft wäre dies wichtig geweſen. Viele Männer ſuchen in unſern Tagen, und zwar nicht ohne Grund, bei ihrer Frau die Annehmlichkeitstalente, eine umfaſſende, vielſeitige Bildung.“

3 „Dieſe Talente, dieſe Bildung beſitzt Alphonfine

„Sie beſitzt ſie ungefähr.“

„Sie kann allein arbeiten und wird nichts von dem verlieren, was ſie gelernt hat.“