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für Ihre Schweſter gelte; ich ſpreche hinreichend Fran⸗ jeſiſch, um dieſe erdichtete Verwandtſchaft wahrſcheinlich zu machen. Willigen Sie hiezu ein, mein Herr, ſeien ſie edelmüthig, und ich ſage Ihnen mit unſerer alten iriſchen Offenherzigkeit; ich werde Ihnen ewig dank⸗ bar ſein. Dieſer treue Diener, vor dem ich meine Bitte an Sie richte, wird wenigſtens meinem Vater und meiner Mutter mittheilen können, meine Reiſe habe glücklich begonnen.“ 33
Es lag in dieſer Sprache, in der ſanften, ein wenig fremdartigen Betonung, die ihr einen neuen Reiz gab, etwas ſo Freimüthiges, ſo Edles, daß der junge Reiſende bewegt, gerührt durch die Aufforderung an ſein Herz, ſich aufrichtig ſeine erſten, wenig ehrenhaften, Vellei⸗ täten zum Vorwurf machte und Miß Marh mit ehrer⸗ bietigem, innigem Tone antwortete:
„Ich fühle mich zu ſehr geſchmeichelt von dem Vertrauen, mit dem Sie mich gütigſt beehren, als daß ich es nicht verſuchen ſollte, mich deſſelben würdig zu machen; ich werde, ſo gut ich nur immer kann, meine Bruderrolle bis Paris ſpielen.“
Nach der Gemüthsbewegung, die in den Zügen des jungen Mannes ſichtbar wurde, konnte Miß Mary nicht umhin, ihn für aufrichtig zu halten. Sie erwiederte mit dem Ausdruck einer ruͤhrenden Dankbarkeit:
„Mein Herr, wenn Sie noch Ihre Mutter, wenn Sie eine Schweſter haben, ſagen Sie ihnen, was Sie heute für eine Fremde gethan, und ſie werden Sie noch mehr lieben.“ Und mit jener Treuherzigkeit, dem unter⸗ ſcheidenden Zuge des iriſchen Charakters, reichte Miß Mary dem jungen Mann ihre kleine Hand und fügte bei: „Ich danke, mein Herr, ich danke; Miß Lawſon glaubt an Ihr Wort.“
„lUnd Miß Lawſon,“ erwiederte der junge Mann, leicht die Hand der jungen Fremden berührend, „Miß Lawſon kann verſichert ſein, daß Theodor von Favrolle nie ſeinem Verſprechen untreu geworden iſt.“


