Druckschrift 
Miss Mary oder Die Erzieherin / von Eugene Sue ; aus dem Französischen von August Zoller
Entstehung
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eine Kammerfrau die junge Miß vortrefflich franzöſiſch und mit einem ausgezeichneten Anſtand ausdrücke.

Mein Herr, fuhr Miß Maryh fort,ich bin eine Irländerin; Unglücksfälle, welche meiner Familie wider⸗ fahren ſind, die dieſer würdige, vortreffliche Diener, und ſie deutete auf William zwanzig Jahre nicht verlaſſen hat, haben mich in die Nothwendigkeit verſetzt, in Frankreich die Funetionen einer Erzieherin anzuneh⸗ men. Dieſe lange Reiſe würde mich nicht beunruhigen, wenn alle Perſonen, mit denen ich die Fahrt zu machen beſtimmt bin, ſo vollkommen wohlerzogen wären, wie Sie, mein Herr, ich bezweifle es nicht; doch leider trifft man zuweilen Leute, welche nicht ahnen, was Alles Peinliches und darum Ehrwürdiges in der Lage eines Mädchens iſt, das zum erſten Mal das väterliche Haus verläßt und allein im fremden Lande zu reiſen ſich genöthigt ſieht.

Mein Fräulein,erwiederte der Muthwillige, immer mehr erſtaunt und verwirrt,ich denke nicht, daß es einen Menſchen gibt, der elend genug wäre, um es an Achtung gegen Sie ermangeln zu laſſen.

Ich weiß, mein Herr, daß eine Frau, gegen welche man die Achtung verletzt, ſich am Ende immer Reſpect verſchafft; doch dieſe Ertremität iſt ſo demüthigend, ſo erniedrigend für ein gut geſchaffenes Herz, daß es mir ſchmerzlich wäre, mich auf dieſelbe angewieſen zu ſehen; ich erlaube mir auch, mein Herr, mich an Sie zu wen⸗ den, ſo ſeltſam Ihnen ohne Zweifel der Dienſt ſcheinen mag, den ich von Ihrem guten Herzen, von Ihrer Recht⸗ ſchaffenheit erwarte.

Ich bitte, ſprechen Sie, mein Fräulein, erwiederte der junge Mann, unterjocht durch die rührende Würde dieſer Worte,ich wäre tauſendmal glücklich, Ihnen einen Dienſt leiſten zu können, welcher es auch ſein mag.

Wir ſollen zu Sechs in dem Wagen ſein, in wel⸗ chem wir fahren; es findet ſich keine andere Frau dabei, als ich; erlauben Sie, mein Herrdaß ich bis Paris