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Miss Mary oder Die Erzieherin / von Eugene Sue ; aus dem Französischen von August Zoller
Entstehung
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ſich einem von den zwei Wettenden, den ihr William

bezeichnet hatte.

Abgeſehen von ſeiner Muthwilligkeit, die er durch ſeine leichtſinnigen Worte in Betreff der Fremden geoffen⸗ bart hatte, ſchien er, wie ſein Freund, ein junger Mann von ſehr gutem Anſtand zu ſein; ſein Geſicht war an⸗ genehm; ſeine Tournure höchſt ausgezeichnet. Miß Mary wandte ſich in vortrefflichem Franzöſiſch an ihn und ſagte mit einer Miſchung von Verlegenheit, Sanft⸗ muth und Würde, die ihrem reizenden Antlitz einen äußerſt rührenden Ausdruck verlieht

Mein Herr, wollen Sie die Güte haben, mir eine kurze Unterredung zu bewilligen.

Sehr erſtaunt und noch mehr entzückt über dieſen Vorfall, warf der junge Mann auf ſeinen Freund einen Blick, welcher ſagen wollte: Meine Wette iſt zum Voraus gewonnen. Dann verbeugte er ſich vor Miß Mary und folgte ihr ein paar Schritte zu einem Fenſter, wo Wil⸗ liam ſtand.

Der junge Mann war Anfangs aus der Faſſung gebracht, als er einen Dritten bei ſeiner Unterredung mit der hübſchen Fremden ſah, und beſonders einen Dritten, der Kutſcherskamaſchen trug. Doch da er ver⸗ muthete, die junge Engländerin ſei eine Kammerfrau, welche ihr Glück ſuche, lo wunderte er ſich weniger, ſie gleichſam unter dem Schutze des Mannes mit den Kamaſchen zu ſehen. Er verbeugte ſich indeſſen aber⸗ mals vor Miß Mary und ſagte:

Madame, ich bin zu gluͤcklich, Ihren Befehlen zu entſprechen.

Mein Herr, ich habe nicht die Ehre, Ihnen be⸗ kannt zu ſein, doch im Vertrauen auf die franzöſiſche Großmuth wage ich es, Sie um einen Dienſt, einen großen Dienſt zu bitten.

Madame, verfügen Sie über mich, antwortete der junge Mann, der zu bemerken anfing, daß ſich für