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Begebenheiten eines Weltmannes. 201
Stirn, ein nothwendiges Stück der weltmänniſchen Gewandtheit, und dann ein paar gehörig angebrachte Schmeichelreden, dies, hoffte Caſanova, werde ihn bald wieder accreditiren und ſeinen Zweck endlich erreichen laſſen.
Ohne ſich länger zu beſinnen, griff er nach der Handhabe am Pförtchen — es war verſchloſſen. Er klopfte; es antwortete Nie⸗ mand. Er trat einige Schritte zurück, um Jemanden in einem der hoch oben befindlichen runden Fenſter zu erſpähen; vergeblich: nur die Schwalbenneſter klebten noch an den Geſimſen und ihre Bewoh⸗ ner ſchoſſen in gewohnter Weiſe durch die Luft. Im Schloſſe ſelbſt und in deſſen Umgebung herrſchte die lautloſeſte Stille. Eben war er im Begriff ſein Klopfen verſtärkt zu wiederholen, als er Jeman⸗ den über die Steinſtufen der ihm bekannten finſtern Treppe herab⸗ kommen hörte. Er trat ſtill auf die Seite und wartete. Bald drehte ſich ein Schlüſſel im Schloſſe, die Pforte ging auf und her⸗ aus trat ein etwa vierzigjähriger Mann mit ſonnenbraunem Geſicht, welcher beim Anblick des Fremdlings wieder zurückgehen und wahr⸗ ſcheinlich das Thor auf's Neue verſchließen wollte. Caſanova faßte ihn raſch bei der Hand und fragte:
„Iſt der Schloßherr zu ſprechen!“
„Laſſen Sie mich los, Herr, antwortete der Gefragte barſch, indem er ſich frei machte; „Herr Mills iſt für iemanden zu prechen,“
„Und doch,“ entgegnete der hartnäckige Pilger, dem Manne


