Caſanova.
„Ach, ich habe vergeſſen zu ſagen, daß ich mich ſchlafend ſtellte. O, mein Herr, ich bin ganz ſicher, daß man auf Sie zielte!“
Caſanova klopfte dem treuen Cicerone auf die Achſel, reichte ihm ein Goldſtück und ſprach:
„Gehe, guter Freund, und trinke ein Fläſchchen auf meine Geſundheit! Während der Nacht ſehen wir uns im Wirthshauſe und am Morgen begleiteſt Du mich in die Stadt. Leb' wohl!“
Domenico ſtellte ſich, als ob er dem Befehle nachkommen
wollte, bog aber, ſobald er von Caſanova nicht mehr geſehen wer⸗ den konnte, rechts in das Gebüſch ein und folgte ſo in einiger Ent⸗ fernung.
Caſanova hatte Muth, wie wir wiſſen, aber ganz ohne Ein⸗ druck waren die Worte ſeines Cicerone doch nicht geblieben. Als er ſich zum Weitergehen anſchickte, lüftete er unwillkührlich den Dolch in ſeinem Gürtel und ſchaute ſich ringsum. Dann ging er, auf's Neue ſeiner Leopoldine gedenkend, langſam über die bekannten Wieſen, die Gärten und Gebüſche, bis er plötzlich am Schloß⸗ thore ſtand.
Jetzt fiel es ihm mit doppelter Schwere auf's Herz, daß er Mrß. Jenny Temple nicht zu verſöhnen vermocht hatte. Konnte ſie nicht dem alten grämlichen Schloßherrn alles verrathen haben, was ſie wußte! Hätte nur der unglückliche Hanswurſt die Zornesflammen nicht ohne Noth noch angeblaſen! Doch eine kecke
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