Teil eines Werkes 
4. Band (1849)
Entstehung
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Begebenheiten eines Weltmannes. 199

mit ihrer Hand beglücken werde. Ach, und welch' eine ſchlanke, zarte Geſtalt! Das hochblonde, gelockte Haar neben den klaren, blauen Augen, die friſche, zarte Wange neben dem roſigen Munde! Und von dieſem engelgleichen Weſen hatte er noch einen Ring am Finger! . . . Bei dieſem Gedanken ſank ſeine linke Hand von der Stirn zum Munde herab, er drückte einen herzlichen Kuß auf jenes Kleinod .

In dieſem Augenblicke vernahm CEa ſanova ferne Fuß⸗ tritte. Er fuhr von der Bank empor, denn er wußte ſich von Feinden umgeben, wenn er auch nicht die ganze Gefahr ahnte, die ihm drohete. Als er jedoch ſeinen Mann erkannte, ſetzte er ſich ruhig wieder hin und wartete, bis ihn der Ankömmling er⸗ reicht hatte. Es war Domenico, welcher ſich ſchon in der Ent⸗ fernung einiger Schritte ſo vernehmen ließ:

Mein Herr, ich habe drüben im Wirthshanſe ſagen hören

Nun, Beſter, nimm Dir nur Zeit! Was haſt Du denn ſagen hören?

Ein verdächtig ausſehender Menſch ſagte zu einem ſeiner Bekannten: Wir kommen zu ſpät! Der Angeredete antwortete: Was der Tag nicht ſieht, wird die Nacht nicht verrathen! Der dritte Freund fügte hinzu: Er iſt unſer!

Und glaubſt Du denn, ſie würden in Deiner Gegenwart ſo geſprochen haben, wenn ſie es auf mich abgeſehen hätten?