Caſanova.
gemacht; denn das Blut ſtürmte ſo gewaltig durch ſeine Adern, daß an einen erquickenden Schlaf ohnehin nicht zu denken war. Er ging über den Schauplatz der geſtrigen Fröhlichkeit, ohne mehr als obenhin der verſchiedenen elaſſiſchen Aufzüge zu gedenken, welche an ſeinem Ange vorübergegangen waren, indem ſein ganzes Den⸗ ken durch ganz andere Dinge in Anſpruch genommen war. Die ſchöne Unbekannte, welche in der Herberge mit dem Namen der Reichen belegt worden war, nahm nur einen geringen Theil ſeiner Gefühle in Anſpruch, denn einmal hatte der gegen ihn verſuchte Meuchelmord etwas Unheimliches in ſeinem Herzen hinterlaſſen und dann — wollte er ſie ja auch erſt am andern Morgen ſprechen. Nein, ſein ganzes Herz war voll von dem Gedanken an die auf⸗ blühende Roſe, welche durch ihre Dornen nur noch reizender ge— worden war.
Unter Gedanken an ſie war er um den Hügel herum und durch die Pinienallee gekommen — jetzt ſaß er auf der Steinbank, wo er die Dame mit der häßlichen Maske ſo tödtlich beleidigt hatte. Im kühlen Schatten vergraben, ſtemmte er das Haupt in die hohle Hand und all die ſchönen Bilder der jüngſten Vergangen— heit gingen an ſeiner Seele vorüber. Noch klang in ſeinen Ohren der erſte Ton der Stimme Leopoldinens, als ſie ihn zum Ein— treten in ihr Zimmer einlud; noch hörte er die ſanfte Stimme ihre Schickſale erzählen, noch ſah er ſie auf die Frage erröthen, ob ſie
in Europa eder in ihrem amerikaniſchen Vaterlande einen Mann
—— —
—— — ——


