Teil eines Werkes 
4. Band (1849)
Entstehung
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190 Caſanova.

entging er dem Tode. Dieſe Mhſterien verloren mit dem Eintritt der chriſtlichen Zeit ihre öffentliche Geltung und haben ſich dennoch bis heute forterhalten, wie Du uns geſtern und dieſe Nacht die tiefſten Wahrheiten in ſinnlich wahrnehmbaren Bil⸗ dern darſtellen ſahſt.

Mit Verlaub, das iſt nicht wahr! entgegnete Dome⸗ nico, dem das Schweigen jetzt unmöglich geworden war;ich pflege mir nicht von der Wahrheit, die ich bei mir habe, das Herz abdrücken zu laſſen, aber die Sache iſt anders. Ein grau⸗ ſamer Eroberer kam einſt vor langer Zeit in dieſe Gegend, damit er Land und Leute verdürbe. Man kannte ihn in dieſer Pflege nicht, nahm ihn aber bei einem Maskenballe ſehr gut auf; er, gerührt von dieſer herzlichen Gaſtfreundſchaft, verſchonte Land und Leute das iſt die Sache, und zum Angedenken wird noch heute das Feſt gefeiert das ſagt nur getroſt nach, denn anders iſt's nicht.

Erzähle Du nur wie ich's erzählt habe, erwiederte der Andre,und verlaß Dich darauf, daß ich Recht habe heda, trinkt doch! wendete er ſich an Caſanova, der ganz in Träumen verſunken keine Shlbe von dem gehört hatte, was zwiſchen den beiden Andern geſprochen worden war.

In der That ſehr ſchön! rief er aus dem Traume auf⸗ wachend;dieſe Grazie, dieſe Anmuth, wie die Göttin der Schönheit ſelbſt.