Begebenheiten eines Weltmannes. 191
„Wer denn, wenn man fragen darf?“ entgegnete der Har⸗ lekin voll komiſcher n „hört, Freundchen, ich glaube, ich glaube —“
Caſanova's Augen wurden ſchon gläſern, aber nicht eine Wirkung des Weines war dieſe veränderte Färbung, ſon⸗ dern die ſonſt ſo hellglänzenden Flächen matteten ſich ab, weil der Schlaf ſeinen verhüllenden Schleier über die Sonne des Lebens zog, die in Wachen den ganzen Menſchen überleuchtet. Er hörte wohl, daß jener zu ihm geſprochen hatte, aber er nahm ſich ſchon nicht mehr die Mühe darüber nachzudenken, was dieſes geweſen war.
„Ja, ja, meine Herren, Sie haben Beide in Ihrer Art Recht“ rief er wie ein Träumender, dann legte er beide Atme auf den Tiſch und ſich mit dem Kopfe daraufz er war einge⸗ ſchlafen, ehe ihn der Harlekin von der Schwelle in das ruhige Schlummerland zurückreißen konnte.
„Wer einmal hinüber iſt,“ rief Domenico dem Harlekin zu, welcher Miene machte den Schlafenden zu ſtören, „wer einmal hinüber iſt, den muß man ohne Noth niemals eher her⸗ ausrufen, als bis er ſelbſt wieder zurückkommt; ich bitte, Sig⸗ nor, daß Ihr dieſes bei jetzigem Falle gebührend in Obacht nehmen wollet.“
Mit einem ſtechenden Seitenblicke beantwortete der Andre dieſe Frage, ſchenkte ſich den Wein, welcher noch in der Flaſche


