188 Caſanova.
nämlich auf die Dame, mit welcher er das letzte Rencontre gehabt hatte, allein er vermied ſorgfältig jeden Schein von Neugierde, welcher eine mehr als gewöhnliche Theilnahme hätte verrathen können.
Ganz gleichgültig fragte er ſeinen Trinkgenoſſen, was er zu der Kutſche ſagte.
„Nichts, oder nicht viel!“ antwortete dieſer in gering⸗ ſchätzigem Tone; „aber Ihr wolltet wiſſen, was es mit den Myſterien für eine Bewandtniß hätte — hört nun.“
„Mit Verlaub, das weiß der Herr ſchon aus meinem Munde,“ mengte ſich Domenieco in's Geſpräch; „das kann niemand genauer ſagen als ich, wenn Ihr's erlaubt, Herr Saufaus.“
„Domenico, Domenico, haſt doch ſonſt Takt!“ wendete ſich Caſanova lachend an den Gereizten; „laß doch den Herrn — und wie reich der Lakai gekleidet iſt,“ ſagte er dann zu dem Harlekin, „ſehen Sie ihn nur an, äußerſt ge⸗ ſchmackvoll. . .“
„Reiche Leute können gut Geſchmack haben, 's iſt keine Kunſt, wenn man die Kiſten und Kaſten voll hat. Aber die MWyſterien, ſeht, das iſt ſo. In alter Zeit gab es geheime Ge⸗ ſellſchaften, in welchen ſich die beſten Menſchen jeder Generation
vereinigten, um ſich durch gemeinſamen Umgang weiter zu bil⸗
den, ſowie auf ihre Zeitgenoſſen mit vereinten Kräften einzu⸗


