Begebenheiten eines Weltmannes. 37
beſte Freundin Miſtreß Temple wollte ſie nicht verlaſſen, als ſie zu meinem Vater in ihre neue Heimath zog. Da die treffliche Mutter geſtorben war, lag der guten Jennh die Er⸗ ziehung des kleinen Mädchens, das ihre Freundin nachließ, allein ob, denn der Vater konnte ſich, von Geſchäften überhäuft, nicht damit befaſſen und wußte mich in guten Händen. Auch er ſtarb wie geſagt, und die kleine Leopoldine ſtand nun ganz allein.“
„So haben Sie ſich gänzlich von den jenſeitigen Landen losgeſagt und ſind entſchloſſen, hier bei uns einen Mann, der Ihrer Liebe werth iſt, zu beglücken?“ fragte er.
„Das Letztere weiß ich nicht!“ ſagte ſie halblaut und vor Scham erröthend; „auf den erſten Punkt muß ich mit Nein antworten, denn mein Onkel läßt durch zuverläſſige Leute meine Ländereien in Amerika verwalten und wiberſetzt ſich entſchieden, wenn er aufgefordert wird ſie zu verkaufen.“
Miſtreß Temple trat jetzt ein und begrüßte den Gaſt mit aller Zuvorkommenheit, welche derſelbe verdiente; ſie bat ihn Platz zu nehmen und rechnete es ihrem Zöglinge als eine Unhöflichkeit an, daß dieſe Aufforderung nicht früher geſche⸗ hen war.
„Das hatte ich ganz vergeſſen, liebe Mutter!“ entgegnete
Leopoldine unbefangen; „mit keiner Solbe hab' ich daran
gedacht!“


