Teil eines Werkes 
13. bis 15. Bändchen (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

2¹⁵

müßte ich nicht vor Beſchämung des Todes ſein! Ach, jetzt weiß ich, was Scham heißt!! .. *

Ja! ich will fort aus dem Hotel Maran. Die Pracht empört mich. . Ich möchte mich vor Aller Augen verkriechen. Um dieſe Pracht zu genießen, habe ich mich verkauft wie eine gemeine Buhldirne. Das Weib, das aus Hunger ſich preisgibt, iſt ein Engel gegen mich. Ich haſſe das Tageslicht. KIm Dunkeln quält mich mein Gewiſſen weniger. Wie er ſie liebt wie ſie ihn liebt! . . . Welcher Edelſinn! Welcher Stolz! Welcher Muth! Ehre, Vater⸗ landsliebe, Ritterlichkeit umgeben ihn mit einer Glorie, die meine matten Augen blendet. Und um ſeinet⸗ wegen wird Mathilde ſo geachtet, geliebt und bewun⸗ dert! Wie herrlich die Gemeinſchaft zwiſchen dieſen beiden ſchönen Seelen! . . . Wie rein und groß iſt ihre Liebe! Und Gontran, der elende Wicht, ſpot⸗ tet ihrer, denn er verſteht ſie nicht! .. Gott ſei Dank, daß er ſie nicht verſteht! ..

* 4

Ich, Närrin, habe heute zwei Stunden lang im Wagen verſteckt, vor ſeiner Thüre gewartet, . nur um ihn zu ſehen. . . Um keinen Preis möchte ich ihm in Geſellſchaft begegnen; ich würde ſeinen Blick nicht aus⸗ halten . . . würde nicht ein Wort ſtammeln können. Seit länger als vier Wochen meide ich jede Geſell⸗ ſchaft, gehe nicht einmal zu Fräulein von Maran hin⸗ unter, wo ich doch gewiß bin, ihn nicht zu treffen. Ich habe lange vor ſeiner Thür gewartet, bis er aus⸗ ging. Im Wagen verſteckt, bin ich ihm gefolgt bis vor Mathildens Wohnung, wo er ſechs Stunden blieb. Oh, wie glücklich mag ſie ſein! Neid, Haß Alles iſt dahin. Ich kann nur noch dulden. Wider