Teil eines Werkes 
13. bis 15. Bändchen (1845)
Entstehung
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um ſo weniger fürchtet, je freier man ſich in ihrer Gegenwart benimmt! Nach dem zweiten Stückchen kam Mathildens Gemahl mit wonneſtralendem Geſichte auf mich zu. Vermuthlich hielt er den Um⸗ ſtand, daß ich dieſe Rolle mir auserwählte, für eine Prinzipienerklärung. Aber ich habe ihn mit Schmach und Hohn abgefertigt.

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Die Langeweile bringt mich oft um, während es in den Augen Aller und in meinen eigenen kein benei⸗ denswertheres Loos gibt. Ich genieße endlich den Reichthum und den Ruf der Eleganz, wonach mich von jeher gelüſtete; ich bin im vollſten Sinne des Wortes eine Modedame, denn ich herrſche über einen Theil der beſten Geſellſchaft von Paris, die liebenswürdigſten Herren ſchmachten zu meinen Füßen und meine Neben⸗ buhlerinnen fürchten und verwünſchen mich, weil ich ihnen allzu überlegen bin, um auf gutem Fuße mit ihnen zu leben. Vollends bringe ich ſie in Ver⸗ zweiflung, indem ich den Liebhaber, um den ſie alle mich beneiden, auf's Verächtlichſte behandle, und ihren Läſterzungen ſo frech wie möglich Trotz biete. Gleich einem Eroberer, verdanke ich, was ich bin, mir ſelbſt. Einen faſt lächerlichen Namen habe ich zum Symbol alles Schönen, Eleganten und Ausgezeichneten gemacht. Man kopirt meine Toilette, citirt meine Bonmots, be⸗ neidet mein Glück. Mit Einem Blick, Einem Worte, erhebe ich auf den Thron der Mode, oder ſetze ab. Ich bin allmächtig. Sobald ich mich in der Geſell⸗ ſchaft zeige, legt jede Frau ihren Anbeter an das Seil. Das ſummt und brummt um mich, wie ein Bienen⸗ ſchwarm. Aber kaum fällt eine Blume aus meinem Bouquet zu meinen Füßen nieder, ſo zerreißen alle Anbeter ihre Seile und drängen ſich um die Ehre, ſie aufzuheben zum ſchwarzgelben Aerger einer Anzahl

ſchöner Damen, die ihre Korydon vergeblich zurück⸗