2¹0 Künſte nichts vermögen! Welch' ein Ruhm im Siege über ihn! 25
Der Gedanke erhob mich. Meine gereizte Stim⸗ mung entging meinem Hofe nicht. Ich ſtatuirte mehrere Exempel an Herrn und Damen, zur großen Ergötzung Fräuleins von Maran. — Sicher und gewiß, ſie iſt ganz vernarrt in mich. — Unſer ge⸗ meinſchaftlicher Haß gegen Mathilde hat uns an ein⸗ ander gekoppelt. Nicht blos das, ich erheitere ſie auch. — Mit ihrem Alter nimmt ihr Abſcheu vor der Einſamkeit zu; aber was kümmert das mich. Ich verlaſſe ſie, ſobald mein Geſchick mich anderswohin ruft.
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Mathildens Gemahl hat ſich ſelbſt übertroffen. Die Einrichtung der Loge läßt nichts zu wünſchen übrig. Aber wozu dieſe Pracht? Keinen Fuß ſetze ich mehr in dieſen Sal . Meine Täuſchung iſt dahin ... Bei ſeinem zweiten Auftreten erſchien mir Stephen abſcheu⸗ lich, häßlich, gemein. Wo hatte ich das erſte Mal Auge und Ohr? Und doch bedaure ich den erſtern, vom ſpätern ſo verſchiedenen Eindruck durchaus nicht, denn ohne ihn hätte ich kein Theater, und keine Luſt, Komödie zu ſpielen, bekommen.
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Ich habe ſo eben die Celimene geſpielt. — Mein Schauſpielhäuschen war allerliebſt. — Denke dir, Ma⸗ thilde! du haſt Furore gemacht. Iſt das nicht ergötz⸗ lich 2 — In der Rolle von Mademoiſelle Dejazet verrückte ich durch überkühne Koketterie allen Männern die Köpfe — O die eiteln Thoren! Kaum ſehen ſie eine Frau die Verliebte ſpielen, gleich hoffen ſie von dieſer erkünſtelten Buhlerei zu profitiren. — Sie be⸗ greifen in ihrem dummen Stolze nicht, daß man ſie


