—
207
und dieß Geheimniß ein unedles iſt. — Mehr noch . Meine Feindſchaft wider Mathilde kennt keine Gränzen. Dennoch gefalle ich mir in meiner Schonungslofigkeit hegen einen Menſchen, der ſie ſo unglücklich gemacht t
Erhören wir die Wünſche der Männer nicht, ſo verabſcheuen ſie uns; erhören wir ſie, ſo verachten ſie uns. — Sie verzeihen niemals weder Tugend, noch Schwäche. — Während ſie uns den Hof machen, lauert im Hinterhalte des Herzens ein ganzes Heer gehäſſiger Gedanken: Eitelkeit, Lüge, Eiferſucht, endlich Mißtrauen, Heuchelei, und die ekle Furcht, mit langer Naſe abzie⸗ hen zu müſſen. . .. Von Liebe iſt da keine Rede, kaum von Geſchmack oder Laune. Mehr als Alles reizt ſie der Stolz, über ein argloſes Herz oder über ihre Ne⸗ benbuhler zu triumphiren. — Es gibt vielleicht keinen Mann, der nicht lieber vor Aller Augen glücklich ſchei⸗ nen, als unter der Bedingung des tiefſten Geheimniſ⸗ ſes glücklich ſein will. — Sie ziehen das ſcheinbare Opfer unſeres Rufes dem wirklichen, aber verborge⸗ nen Opfer unſerer Grundſätze vor. — Wie viele Män⸗ ner würden, unter beziehungsweiſe gleichen Verhält⸗ niſſen, für eine Frau wagen, was dieſe wagt, wenn ſie ſich hingibt? .. So habe ich neulich irgendwo geleſen: Wenn für einen ſträflichen Umgang der Ge⸗ liebte mit dem vierten Theile ſeines Vermö⸗ gens büßen müßte, würde ſich kein Mann der Ge⸗ fahr ausſetzen, ſeine Liebe ſo theuer zu erkaufen
Daher tröſte ich mich, daß wir in keinem Falle den Männern ſo viel Böſes anthun, als ſie uns an⸗ thun möchten.
* *
Dieſer Schauſpieler hat einen beſondern Eindruck auf mich gemacht und mich durch ſein leidenſchaftliches


