Teil eines Werkes 
13. bis 15. Bändchen (1845)
Entstehung
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vertraut. Dieſe erhielt kurz vor dem Faſtnachtball in der großen Oper von ihrer Herrin den Auftrag, ein recht verſteckt gelegenes Zimmer oder Häuschen zu miethen.

Jungfer Zephyrine, die ebenſo eifrig und geſcheidt als ihrer Herrin treu ergeben iſt, fand in einer der entlegenſten und größten Vorſtädte von Paris eine wahre Trappiſtenzelle. Zwei Tage nach dem Faſt⸗ nachtsballe verließ Ihre ſchöne Rivalin glücklich das Hotel Maran nebſt aller ſeiner Herrlichkeit, und bezog mit Jungfer Zephyrine ihre klöſterliche Wohnung, wo ſie ſich vierzehn Tage einſchloß, während welcher Herr

von Lanery ſich beinahe die Beine ablief, ohne den

keuſchen Flüchtling erwiſchen zu können.

Beifolgend erhalten Sie die Quinteſſenz von Urſula's geheimſten Gedanken, die ſie in ein verſchließ⸗ bares Album, wozu fie allein den Schlüſſel hat, ein⸗ zutragen pflegt.

Sie erſehen aus dieſer Indiscretion, daß Jungfer Zephyrine während der Spaziergänge ihrer Herrin Mittel findet, das Album auch ohne Schlüſſel zu öffnen, das Merkwürdigſte abzuſchreiben und es ihrem unſichtbaren Gebieter zuzuſtellen, der es nit aufrichtigem Vergnügen an Sie wieder befördert.

Dieß Tagebuch fängt an vor ungefähr zwei Jah⸗ ren und ſchließt mit den Erfahrungen der letzten Tage. Man zweifelt keinen Augenblick, daß dieſe Auszüge Ihnen ebenſo unterhaltend als lehrreich ſein werden.

Auszüge aus Urſula's Tagebuch.

Ich feierte heute Abend einen großen Triumph Mathilde und ich trafen uns in der italiäniſchen Oper Ich habe ihren Gemahl vor ihren Augen gemißhandelt .. Ihr Gontran abwendig machen, war eine Rache ihn vor ihren Augen demüthigen, eine große Luſt. Herr von Senneville gilt für un⸗