Teil eines Werkes 
13. bis 15. Bändchen (1845)
Entstehung
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werde, ſobald Urſula ihren Befehl, mich feſtzuhalten, zurücknahm.

Mehr als mein erzwungener Aufenthalt bei Herrn von Lanery bekümmerte mich der Verluſt des Herrn von Rochegune und die Ungewißheit über Emmas Zukunft.

Den zweiten Tag nach meinem Einzuge beſuchte mich Frau von Richeville, nachdem ſie ſich zuvor von der Abweſenheit meines Gemahles überzeugt hatte.

Die Aermlichkeit meiner Wohnung rührte ſie bis zu Thränen. Erſt jetzt, geſtand ſie mir, begreife ſie Mitleiden mit dem Schickſale des Herrn von ancry.

Ich erfuhr, daß Emma ſich raſch erhole und Herr

von Rochegune ſich leidend befinde. Meine Annäherung

an Herrn von Lanery werde, ſo erzählte ſie mir, ſehr verſchieden beurtheilt. Die Einen tadelten ſie ebenſo ſehr, als die Andern ſie prieſen. Aber was kümmerte mich Lob und Tadel der Welt?

Den Tag darauf erhielt ich folgendes Schreiben des Herrn von Rochegune:

Paris.

Vergeſſen Sie mein ungerechtes und hartes Be⸗ nehmen gegen Sie. Ich habe mich geſtern von mei⸗ ner Eitelkeit hinreißen laſſen, und Eitelkeit iſt das Grundübel unſrer Natur. Weil Sie für einen Andern empfanden, was Sie nicht für mich empfanden, er⸗ wachte meine Eigenliebe und verblendete mich bis zum Unverſtand, ſo daß ich in Herrn von Lanery nicht

ſah.

All das iſt ſehr begreiflich. Aus dem Himmel hochherziger Gefühle bin ich in die Alltagswelt der Eiferſucht hinabgeſunken, und mußte es. Die plato⸗ niſche Liebe iſt einmal nicht möglich zwiſchen jungen Leuten; früher oder ſpäter unterliegt das Eine oder

mehr Ihren Gemahl, ſondern meinen Nebenbuhler 7.

Andere. Dieſe Liebe iſt eine gefährliche Falle. Ohne