Teil eines Werkes 
13. bis 15. Bändchen (1845)
Entstehung
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Einundzwanzigſtes Kapitel. Die Correſpondenz.

Ich wußte jetzt zu meinem nicht geringen Troſte, warum Herr von Lanery meine Rückkehr zu ihm ſo gebieteriſch verlangte.

In wie trübem Lichte der anonyme Brief mir meine Zukunft zeigte: doch gedachte ich vor der Hand nur der Gegenwart.

Ohne Zweifel ſchlug ich den Einfluß Urſulas auf Herrn von Rochegune zu hoch an. Sie hatte mich zu tief gekränkt, als daß er ihr auch nur einen Augen⸗ blick Gehör ſchenken konnte.

Die größte Schwierigkeit war und blieb die, Herrn von Rochegune für Emma zu gewinnen, ohne ihn merken zu laſſen, daß ich um die Liebe dieſes armen Kindes wiſſe . . Ich hoffte Alles von jener in⸗ nern Stimme, die mich ſchon einigemal geleitet und berathen hatte.

Dank der Fürſorge des ſeligen Herrn von Mor⸗ tagne, die mich in den Stand geſetzt, Maran unter dem Namen der Fran von Richeville wieder anzukau⸗ fen, war ich zwar gegen jeden Mangel geſichert, aber die Seltſamkeit meiner Lage nöthigte mich, dieſen Umſtand zu verheimlichen und das Elend, wozu die Ausſchweifungen meines Gemahls mich verdammt, mit Geduld zu tragen. Ich ſah in dieſem faſt ärmlichen Leben eine neue Prüfung des Himmels.

Blondeau that ihr Beſtes, eine traurige Wohnung ſo hübſch als möglich einzurichten. Herr von Lanery war ſelten zu Hauſe. An ſeiner Stimmung konnte ich merken, ob Urſula ihn ermuthigte oder nicht. Immer noch hoffte ich, daß er in eine Scheidung willigen