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Zugleich verſprach ich ihr, ſie oft zu beſuchen. Mein Plan brachte dies mit ſich.
Sonntag Morgens zur beſtimmten Stunde erſchien Herr von Lancry.
Nachträglich muß ich bemerken, daß er ſeit Urſula's Verſchwinden die Sorge für ſeine Perſon und Klei⸗ dung faſt bis zu ſchmutziger Nachläßigkeit vergeſſen hatte. Seine Züge waren durch Kummer, Nachtwachen und allerhand Ausſchweifungen, womit er die Glut ſeiner wahnſinnigen Leidenſchaften erſticken wollte, furcht⸗ bar erſchlafft und verſtört. Die eingefallenen, matten Augen, das bleiche, abgemagerte Geſicht, der lange Bart, das ungekämmte Haar, die harte und rauhe Stimme — ſah er wie das Laſter, wie das Elend ſelbſt, aus!! .
Mein Gott! War das derſelbe Mann, der noch vor wenig Jahren im Glanze der Jugend, der Schön⸗ heit und des Glückes prangte? ..
„Ich gratulire Ihnen,“ redete er mich bei ſeinem Eintreten an „ich gratulire Ihnen, Madame, daß Sie ſich eines Beſſeren beſonnen haben, wenn nicht etwa eine Liſt dahinterſteckt . Aber beim Zeus! Ma⸗ dam, der Herr von Lanery läßt ſich nicht von Weiber⸗ liſt fangen!
Wann gehen wir, mein Herr?
„Gleich auf der Stelle, Madame, auf der Stelle! ... fünf Minuten ſtehen zu Ihrem Dienſt, ſich von Ihrem platoniſchen Freunde zu verabſchieden.... Geniren Sie ſich nicht!“
Ich habe mich ſchon bei Frau von Richeville ver⸗ abſchiedet. Uebrigens hoffe ich ſie bald wieder zu ſehen!
„So vft ſie wollen,. wenn nicht etwa ic ich mich eines Andern beſinne.“ 2
Mein Herr, befehlen Sie, ich bin bereit ..
„Einen Augenblick! Ich muß Ihnen voraus ſagen, beſte Freundin, daß meine Wohnung nicht die glän⸗


