Teil eines Werkes 
13. bis 15. Bändchen (1845)
Entstehung
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Kaum war Herr von Rochegune fort, ſo ging ich

zu Frau von Richeville hinüber.

Emma befand ſich viel beſſer, der Arzt bezweifelte ihre Geneſung keinen Au genblick. Auch die Herzogin war vollkommen hergeſtellt, und wußte mir nicht genug Dank für die ihrer Tochter bewie ſene Pflege.

Als ich ihr ohne Weiteres meinen Vorſatz, zu Herrn von Lanery zurückzukehren, eröffnete, that ſie alles Mög⸗ liche, mir ihn auszureden. Aber Bitten, Ermahnungen, zärtliche Vorwürfe . Alles war umſonſt. Daſſelbe thaten der Fürſt und die Fürſtin Hericvurt, mit keinem beſſern Erfolge. Auf meine Frage, ob ich in ihrer Ach⸗ tung verlöre, antworteten ſie mit Nein; nur fürchteten ſie, daß meine Zärtlichkeit auf das harte Gemüth mei⸗ nes Gatten keinen Eindruck machen werde.

Vergebens ſchützte ich ſein Unglück und ſeine Reue vor. Erſteres, meinten ſie, ſei wohl verdient; letztere noch durchaus unbewieſen. Selbſt nach mehreren Jah⸗ ren muſterhaften Lebenswandels verdiene er kaum eine ſolche Liebe.

Ach! ich fühlte die Wahrheit dieſer Bemerkung tiefer und beſſer als irgend wer. Aber ich war auf dem eingeſchlagenen Wege ſo weit vorgeſchritten, daß ich weder ſtillſtehen, noch umkehren konnte.

Dennoch gewahrte ich mit Betrübniß eine gewiſſe Kälte im Benehmen des fürſtlichen Paares gegen mich. Sie warfen mir Mangel an Feſtigkeit und Würde vor und empfanden es ſchmerzlich, daß ich ihrem Schutze entſagte zu Gunſten eines Menſchen, den ſie wegen des mir zugefügten Unrechts haßten und verachteten, und von dem ſie mich längſt gewiſſermaßen moraliſch ge⸗ ſchieden hatten. Endlich bedauerten ſie, an meinem Kummer, der ſo ſchnell vergeſſen worden, Antheil ge⸗ nommen zu haben.

Allen meinen Freunden ſagte ich bloß, daß Mitleid mich zu dieſem Schritte bewogen habe. O! daß ich vor

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