Teil eines Werkes 
13. bis 15. Bändchen (1845)
Entstehung
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durch ähnliche bittere Erfahrungen für die Zukunft er⸗ ſpart habe. Denn eben die Unmöglichkeit, in der ich zu ſein glaubte, je wieder lieben zu können, hielt ich für die ſicherſte Bürgſchaft meines künftigen Glückes.

Wenige Tage vor meiner Ankunft in Paris war Herr von Roche gune auf ſeine Güter gereiſet, um ei⸗ nige Geſchäfte zu beſorgen. Bald nach dem eben be⸗ Vorfalle im italiäniſchen Theater kehrte er zurück.

Herr von Rochegune lebte in meiner Erinnerung unzertrennlich mit Herrn von Mortagne fort. Seiner Ergebenheit gegen mich, ſeinem ernſten Charakter, ſei⸗ ner lauteren Menſchenliebe widerfuhr ſtets eine ſo achtungsvolle Anerkennung in unſerm geſellſchaftlichen Cirkel, daß ich mich gewöhnt hatte, ihn, trotz ſeiner Jugend, für einen Manne reifern Alters zu halten, weil er die Feſtigkeit und Sicherheit deſſelben beſaß.

So oft in früheren Leidensſtunden, als der Zau⸗ ber meines Gemahls noch wirkte, der Gedanke, daß ich Frau von Rochegune hätte werden können, in mir auftauchte, geſtand ich mir faſt zu meiner Schmach die Abweſenheit eines zärtlicheren Gefühles für den⸗ ſelben; ſo entſchieden gab ich damals den Körperreizen und dem einſchmeichelnden Weſen des Herrn von Lanery den Vorzug vor der beſcheidenen Seelengüte des Herrn von Rochegune.

Laut den Berichten der Fran von Richeville hatte Letzterer ſeit ſeiner Rückkehr aus dem Orient eine ent⸗ ſchloſſene, kühne, der Unabhängigkeit und dem Adel ſeines Charakters durchaus würdige Stellung in der Welt eingenommen, ſtatt dem öffentlichen Leben ſich zu entziehen, wie früher. Ich brannte vor Ungeduld, ihn wieder zu ſehen, ebenſo ſehr aus Neugierde als herz⸗ licher Theilnahme an ihm, und begrüßte daher die Kunde von ſeiner Ankunft in Paris mit wahrem Jubel.

Gegen zehn Uhr Abends durchſchritt ich die kleine