Teil eines Werkes 
13. bis 15. Bändchen (1845)
Entstehung
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Im Fluge waren ſie vorbei. Aengſtlich beſorgt ſah Frau von Richeville mich an. Mein Herz pochte furchtbar, aber nur für einen Augenblick.

Auf dem Rückwege nach Paris begegneten wir Urſula, der Fürſtin Kſernika und dem Herzog Verſac in einer wunderhübſchen Kaleſche mit Vieren. Die Dienerſchaft trug die Livree des Fräuleins von Maran. Gleich darauf folgte Herr von Lanery in einem Til⸗ bury. Nochmals blickte Frau von Richeville mich an.. .

Ich lächelte. 3

Gottlob! rief ſie aus, Sie ſind vollſtändig geheilt!

Es war an einem Dienſtag wenn ich nicht irre.

Abends ging ich mit Frau von Richeville in's italiäniſche Theater. Letztere hatte dem Fürſten und der Fürſtin von Heéricvurt einen Platz in ihrer Loge angetragen. Kaum hatten wir uns niedergelaſſen, als Urſula und Fräulein von Maran in Be eitung des Herzogs von Verſae in einer Loge deſſelben Ran⸗ ges erſchienen.

Auf meine inſtändige Bitten hatte Frau von Riche⸗ ville den vorderen Platz neben der Fürſtin von Heri⸗ cvurt eingenommen, ſo daß ich im Schatten ſaß und Alles ſah, ohne geſehen zu werden. Urſula konnte nicht einfacher gekleidet ſein; ſie trug ein weißes Kleid, eine Schärpe von leichter Gaze, welche die reizenden Schultern, ſo glatt und glänzend wie Marmor, gleich⸗ ſam in ſchneeweißen Nebel hüllte, zwei kirſchrothe Kamelien im ſchönen braunen Haar, das in langen, vollen Locken bis auf den Buſen herabfloß, und am

WMieder ein Bouquet von venſelben Blumen.

Neid habe ich nie gekannt. So geſtehe ich denn, daß ſie mir hübſcher als je vorkam. Ihre Züge, ihre ganze Haltung athmeten eine gewiſſe Würde oder richtiger Vornehmheit, welche die Kühnheit ihres Blickes und die allbekannte Leichtigkeit ihrer Rede erhöhte.

Mathilde. v. 3