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fernung vom Hauſe zu verlegen, und mir eine mäßige Summe für ein Werk chriſtlicher Liebe zu bewilligen.
Ebenſo ſehr erſchütterte mich der Aberglaube, der in den Schlußzeilen des Briefes durchblickte. Ein Menſch von böſem Herzen und ſtolzem Geiſte iſt immer geneigt, ſeine Ausſchweifungen oder Verbrechen dem Verhängniß, einer übernatürlichen Urſache Schuld zu geben, ſtatt die Quelle derſelben in ſich ſelbſt, in ſei⸗ ner verkehrten Natur zu ſuchen.
Und welche Veränderung mit Herrn von Lanery! Einſt ſo glänzend, ſo übermüthig in ſeinem Glücke, ſo gefühllos gegen die ſelbſtverurſachten Leiden Anderer, ſo kalt⸗egviſtiſch, ſo gleichgültig gegen alle Huldigun⸗ gen, ließ er ſich von dieſem Weibe an der Naſe herum⸗ führen und auslachen, wie ein alter Vormund im Luſtſpiel von einer jungen neckiſchen Schönen. Und doch war er jung, ſchön, reich und geiſtvoll. In der That, ſagte ich mir, die Rache des Himmels ereilt Jeden auf ſeine Weiſe. Wie wird ſie dich treffen, Urſula?
Es war mir gewiß, daß Herr von Lanery mit Rieſenſchritten ſeinem Verderben zueile. Nichts blieb ihm, als das aus dem Verkauf von Maran gelöſte Geld, denn auch die Erbſchaft von Herrn von Mor⸗ tagne, ſo weit ſie ihm mitgehörte, war ſchon verzehrt. Bei aller Werthloſigkeit des Geldes für mich, nament⸗ lich ſeit dem Tode meines Kindes, kränkte es mich doch tief, daß mein perſönliches Vermögen zur Beſtrei⸗ tung des Luxus im Hauſe des Fräuleins von Maran und zur Befriedigung all der unſinnigen Launen mei⸗ ner Couſine dienen mußte.
Leider war ich durch einen Ehekontrakt ſo gebun⸗ den, daß ich gegen die thörichte Verſchwendung meines Gemahls Nichts thun konnte, als gerichtliche Klage er⸗ heben oder auf Scheidung antragen. Aber um keinen Preis der Welt hätte ich mich der Gefahr ausgeſetzt, vor den Augen der Menſchen die zarten Geheimniſſe


