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ſen bin, die tollſten Einfälle dieſes Weibes zu befrie⸗ digen.
„Noch vor zwei Monaten ſchmollte ſie mit mir, und nie bin ich unglücklicher, d. h. verliebter, geweſen. Hören Sie, warum. Auf Urſula's Wunſch war im Ho⸗ kel Maran ein Theater wie hingezaubert worden. Sie ſelbſt hatte in der Rolle der Celimene im Miſan⸗ thropen ein unglaubliches Talent für die Bühne be⸗ zeugt. Plötzlich fiel es ihr ein, — ſie bewegt ſich in ewigen Widerſprüchen, — nun auch eine Rolle der Mademoiſelle Dejazet in einem kleinen, ſehr ſchlüpfri⸗
en Stücke zu ſpielen. Schon in ſie vernarrt, konnte ich's nicht mehr werden!
„Alle waren außer ſich vor Staunen. Selbſt die blindeſten Verehrer der Madem. Mars mußten zugeben,
daß nach ihr Niemand die Celimene mit ſo viel An⸗ nnnuth, Freiheit, Geiſt, namentlich mit ſo viel Würde,
geſpielt habe. In deni zweiten Stücke machte ſie, min⸗ deſtens geſagt, der Madem. Depazet den Ruhm der
erſten Künſtlerin in ſchalkhaften, zügellos⸗koketten Rol⸗
len ſtreitig. Nie hatte man erlebt, daß eine und die⸗ ſelbe Dame in zwei ſo ganz verſchiedenen Rollen mit gleich großem Beifall auftrat.
„Hingeriſſen von Stolz und Liebe, ſtimmte ich in das Lob der Menge ein. Wiſſen Sie, was ſie mit ihrer bekannten Keckheit erwiderte?
Wenn eine Weltdame Komödie ſpielt, hat ihr Liebhaber am wenigſten Urſache, ſich über ihr komiſches Talent zu freuen.“ —
„Dann grollte ſie zwei Tage lang, und ſcharmirte indeß mit Lord C, einem ebenſo liebenswürdigen, als gefeierten Herrn, auf die anſtößigſte Weiſe.
„Dießmal war ich nahe daran, mit Urſula zu brechen. Aber eine Laune dieſes ſeltſamen Weſens, die mich abermals ungeheure Summen koſtete, ſöhnte mich wieder mit ihr aus und kettete mich feſter als je an ihren Triumphwagen.
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