Teil eines Werkes 
13. bis 15. Bändchen (1845)
Entstehung
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als das. Ich, den Sie den liebenswürdigen Wüſtling zu nennen pflegen, war's viel mehr, als ſie, und das nähme Sie nicht Wunder, wüßten Sie, wie eiſern ihr Charakter, wie geſchmeidig, kühn und über⸗ legen ihr Geiſt iſt.

Iſt das wahr, was Sie in jenem Briefe ſchrie⸗ ben? fragte ich ſie bitter.

Ha, ha, ha! lachte ſie mich an, denn ſie lacht immerfort. . . Gehören Sie zu jenen Blinden, die Ge⸗ genwart und Vergangenheit verwechſeln? Heute kann wahr ſein, was geſtern falſch war, und heute falſch, was geſtern wahr. Denken Sie nicht mehr an jene Zeilen, die unter ganz andern Verhäliniſſen geſchrieben wurden. Lieben Sie mich wirklich, nun gut, ſo ma⸗

chen Sie, daß ich Sie wieder liebe oder doch ſo ſcheine.

Mich zu einer erdichteten Gegenliebe zwingen, iſt noch ſchmeichelhafter für Sie, als mich zum Geſtänd⸗ niß wahrer Liebe bringen. Letztere ſchmeichelt Ihrem Herzen, erſtere Ihrem Stolze. Jedenfalls iſt Ihre Rolle ſchön genug, wie ich hoffe.

Was antworten auf ſolche Paradoren, ſolches Geſchwätz, in Ihr Ohr gelispelt von einem Korallen⸗

munde mit Perlenzähnen und friſchen, üppigen, purpur⸗

rothen Lippen, die ſeit kurzem ein leichter Schatten ſam⸗ metweichen, dunkeln Flaumes umſpielt . und da⸗ bei dieſer Blick, ſo tief, ſo glühend, ſo wollüſtig! . . . . . O, daß Sie den Zauber dieſer beiden großen, blauen Augen kennten, die unter ihren langen Wimpern und ſchoön gewölbten Brauen hervor bald die Leivenſchaft bis ins tiefſte Herz ſchleudern, bald durch höhniſche Verachtung es gefrieren machen. Nein, nein! Rirgends finden ſich ſolche Augen wieder!

Ich bebte vor keinem Opfer zurück. Seit jener Zeit lebte ich in beſtändigem Fieber, denn das Weib iſt unbegreiflich, unerforſchlich. Noch jetzt weiß ich nicht, was ich ihr bin. * Bald ſcheint es, als fühle ſie eine unwiderſtehliche