Teil eines Werkes 
16. bis 18. Bändchen (1845)
Entstehung
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ganz den Buhlerkünſten Urſulas Preis. Konnte er ſich nicht durch ſie an mir rächen, blutig rächen wollenz an mir, die ihn ſo unglücklich gemacht, die ſeine lieb⸗ ſten Hoffnungen ſo grauſam vereitelt hatte? .

Neugierig griff ich wieder zum Briefe und las:

„So weit gehen die Auszüge aus Urſulas Tage⸗ buch, die Ihr unbekannter Freund für gut be⸗ findet, Ihnen mitzutheilen. Alle ſpäteren Zuſätze be⸗ ziehen ſich auf ihre leidenſchaftliche Liebe.

„Wie man glaubt, ſucht ſie vor Allem ein Ren⸗ dezvous mit Herrn von Rochegune

„Da ſie leidenſchaftlich liebt, wie aus dem Tage⸗ buch zu erſehen, da eine wahre Liebe immer einen un⸗ widerſtehlichen Zauber übt, da Rochegune auf alle acht⸗ baren Weiber, namentlich auf Sie, einen wüthenden Haß geworfen hat; ſo hätte Ihre werthe Coufine, die kein Dummkopf iſt, ihres Sieges ſich feſt verſichert.

„Die Männer ſind ſo ſeltſam, daß hundert gegen Eins zu wetten ſteht, Rochegune läßt ſich in den Netzen Ihrer Couſine fangen. Nicht wahr, die Sache wird nachgerade hoch komiſch. Alle die heldenmüthigen Opfer, wozu man Sie durch Vermittlung des Doktors Gérard bewogen hat, kommen Ihrer Urſula nach Wunſch zu Statten.

„Emma's Liebe, die der Frau von Richeville, Herrn von Rochegune und Ihnen nach einem wohlbekannten Naturgeſetze entgehen mußte, blieb Einem Ihrer Freunde nicht ganz verborgen. Die flüchtig hingeworfene Be⸗ merkung — wahr oder unwahr, gleichviel! — mit Em⸗ ma's Krankheit geſchickt in Verbindung gebracht, ließ ſich vortrefflich benutzen, um Sie in Ihrer Liebe zu erſchüttern und den Apfel der Zwietracht zwiſchen Sie, Emma und vielleicht auch Frau von Richeville zu wer⸗ fen.. Ein großer Theil des Beabſichteten iſt bereits in Erfüllung gegangen.

„Faſſen wir Alles kurz zuſammen. Ich ſage wir,