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ſen, liebe Mutter. .. Mehr kann ich nicht thun,“ er⸗ widerte der Sohn kalt.
„Da haben wir's. .. Alſo bleibt Alles beim Alten, ſo wie die Elende, die er noch beweint, es gemacht hat,“ rief Madame Secherin, zu mir gekehrt. An den Sohn ſich wendend, brach ſie heftig in die Worte aus: „Kannſt Du eine Ehrloſe beweinen?“
Ueber die Wendung des Geſpräches erſchreckt, fiel ich haſtig ein: „Entſchuldigen Sie ihn, Madame Seche⸗ rin. Er liebte ſie ſo!“
„H, daß er noch ſie lieben kann! . ... Eine un⸗ würdige Liebe macht Jeden zum Feigling. .
Mit funkelnden Augen entgegnete Herr Secherin: „Nicht blos eine unwürdige Liebe macht zum Feigling,
liebe Mutter! . .. Uebrigens bin ich des längern Zwanges, des längern Leidens ſatt und ich muß endlich mit der Sprache heraus. 4
„Undich auch, rief die Mutter zornig. . . . .. „Ich habe lange genug gelitten, Du haſt lange genug Deine Pflichten gegen mich vergeſſen.. ... Ich wiederhole, dieſe unwürdige Betrübniß über den Verluſt einer Ehr⸗ loſen iſt eine Feigheit. . . . iſt eine Kränkung meiner Mutterliebe.. . .
„Lieber Couſin ... . rief ich.
Er hielt nicht länger an ſich.
„Die edelſten Gefühle, die heiligſten Pflichten kön⸗ nen auch zum Feigling machen. ... Verſtehen Sie mich, Mutter?“
„Wie das?. „
„Kein Wort weiter,“ rief ich Herrn Secherin zu. Leiſe fuhr ich fort: „Wollen Sie denn an Ihrer Mutter zum Mörder werden? Der Gedanke an die Ihnen drohende Gefahr eines Zweikampfes wird ſie noch in der Todesſtunde ängſtigen.“
„Wahr, wahr! O ich Thor und Undankbarer, daß
ich ihr ſo antworten konnte. . . Meine Betrübniß
kränkt ſie, weil ſie mich zärtlich liebt.“ — Dann kniete


