Teil eines Werkes 
10. bis 12. Bändchen (1845)
Entstehung
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ſie mich unverſöhnlich gehaßt, und zehn Jahre lang wußte ſie mir Zärtlichkeit zu heucheln.Sie liebte Ihren Gatten nie, rief Herr Secherin aus, wie wenig es auch in den Zuſammenhang paßte .. .Wäre meine Mutter nicht, könnte ich ihr um dieſes Geſtändniſſes willen verzeihen. Aber die Weiber ſind ſo unverſöhn⸗ lich in ihrem Haſſe!. .. Meine Mutter hat nicht ver⸗ geſſen, daß ich ihr Urſula vorzog .. . . Noch jetzt denkt ſie daran... Und ſollte ich auch das Glück eines gan⸗ zen Lebens einbüßen, ſollte ich vor Kummer ſterben, und ſie mit, ich mußte, weil ſie nach Rache dürſtete, ſchwören, Urſula nie zu verzeihen.Aber ſolch ein Leben iſt eine wahre Hölle.Ja, ja, eine wahre Hölle. Vor meiner Mutter thue ich mir Zwang an, während das Herz mir blutet.. . .. Dann wieder fluche ich mir, daß ich gegen ihren Troſt unempfindlich bleibe Ich fühle all den Kummer, den ich ihr mache; aber ich kann Nichts dawider. ... ſo ſchwach, ſo feige bin ich. Eine Hölle . ja, ja, eine Hölle.... Und doch gibt es keine beſſere Mutter! . . . . . und doch iſt mein Herz nicht böſe!. . .. Ich liebe ſie.. ich liebe ſie zärtlich, und doch fühle ich, daß ich ſie betrübe, daß ich ſie unaufhörlich kränke.. Verflucht ſei der Augen⸗ blick, wo ich Urſula kennen lernte .. . . . Ich hätte eine Frau meines Standes geheiratet: mein Leben, das Le⸗ ben meiner guten Mutter, wäre nicht vergiftet worden Mein Gott, wüßten Sie, was ich leide wüß⸗ ten Sie's! .. Mein Geſchäft laſſe ich gehen, wie es geht; mein Vermögen kümmert mich nicht; ich habe einen jungen Mann, der Alles für mich beſorgt. . . .. Was nützt mir das Geld ?... Für ſie, für ſie wollte ich reich werden . Das wußte ſie recht gut! . Für ſie hätte ich Alles gethan. Blos ihr zu Liebe hätte ich in Kurzem mein Vermögen verdoppelt . . .. blos um Einen freundlichen Blick ihres ſtralenden Au⸗ ges, blos um Ein Wort des Dankes aus ihrem ſchö⸗ nen Munde zu erhaſchen.