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Vergeſſen Sie Urſula; ſie verdient nicht, daß Sie an ſie denken. „
Er zuckte mit den Achſeln. — „Auch Sie ſprechen ſo. auch Sie .. ganz wie meine Mutter. .. Ver⸗ geſſen 1.. . und immer wieder vergeſſen!. .. Unmöglich, ſo lange mein Herz ſchlägt, ſo lange das Blut in mei⸗ nen Adern kocht. . . . Sie iſt eine Elende. .. aber man muß ſie anbeten, die Elende!!. .. Ihretwegen hat Ihr Gemahl Sie verlaſſen, — Sie, die tauſend Mal beſ⸗ ſer ſind.“
Einen Augénblick wußte ich nicht, was antworten. urſula's Verführungskunſt mußte in der That unwider⸗ ſtehlich ſein, um zwei ſo verſchiedene Naturen, wie Herr von Lanery und Herr Secherin, ſo leidenſchaftlich für ſich einzunehmen.
Finſter fuhr mein Couſin fort: „Sie vergeſſen ... Sie vergeſſen ... warum das 2... Wer hat für mich gethan, was ſie that, ehe ſie zur Verbrecherin wurde?“ —
Aber Ihre Mutter . . . — „Aber meine Mutter — ſiel er erzürnt ein, „war nur meine Mutter, und meine Frau war meine Frau! Die Zeit, die ich mit Urſula verlebte, bleibt ewig die ſchönſte Zeit mei⸗ nes Lebens. Sie, die an Geiſt und Erzichung ſo viel höher ſtand, als ich, hatte ſich zu mir herabgelaſſen! — O, und ihre Schönheit!. .. Wie oft habe ich meine Nächte in Wahnſinn durchwacht!. .. Wie oft habe ich in meiner verödeten Kammer laut ihren Namen geru⸗ Sie vergeſſen!. ... ach, Sie wiſſen nicht, wie ich ſie liebte . . vielleicht mehr ihre bezaubernde Schönheit, als ihren entzückenden Geiſt. ... vergeſ⸗ ſen!. und warum?. . .. mit einer Mutter unter vier Augen zu leben, nicht wahr?. ... Welch ein Erſatz . 5
Schreckliche Worte! rief ich aus; wüßten Sie nur, wie bekümmert ſie iſt, daß alle Verſuche, Sie zu trö⸗ ſten, umſonſt ſind! . „Was will meine Mutter denn mehr? — .. ſie iſt ja glücklich und zufrieden .. „. ich habe Urſula ihrem Schickſal überlaſſen . . .. ich


