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ſie unter meiner Aufſicht im Kloſter genoſſen, hat die vortrefflichen Anlagen ihres Geiſtes und Herzens ent⸗ wickelt und zur Reife gebracht. Zwei oder dreimal in der Woche behalte ich ſie Abends bei mir; alle meine Freunde ſind von ihr entzückt. Aber Sie müſſen ſie ſche.
„Ja, Sie müſſen ſie ſehen. . . . Ach! Mathilde, aber wann? wann werden Sie endlich einmal dieſem Einſiedlerleben entſagen, das Ihre ſchönſten Jahre auf⸗ zehrt? Oder ſoll es eine Buße, mein Gott, . eine Buße ſein? Aber wofür? Ohne Zweifel für das erlittene Unrecht.
„Es ſprechen ſo viele und gewichtige Gründe für Ihre Ueberſiedlung nach Paris, daß es Thorheit wäre, ſie einen Augenblick zu verſchieben. Eben weil Sie Maran ſo gern haben, müſſen Sie Alles thun, ſich den Beſitz deſſelben für die Zukunft zu ſichern.
„Ich kann Ihnen noch einen Grund angeben, von dem ich mir freilich wenig verſpreche.
„Wie Sie wiſſen, bewohne ich jetzt ein Haus in der **ſtraße. Im Hintergrunde des anſtoßenden Gartens ſteht ein allerliebſter Pavillon, in dem die verwittwete Marquiſe von Montal längere Zeit ge⸗ wohnt hat. Er iſt jetzt leer; wollen Sie ihn beziehen? Ich glaube kaum, daß Sie mehr Raum brauchen als jene Dame; jedenfalls ſtelle ich Ihnen einen Theil der Nebengebäude meines Hauſes, die ſich leicht wohn⸗ lich einrichten laſſen, zur Verfügung. Der Garten iſt ſehr groß, ſo daß Sie, wenn Sie wollen, in aller Stille und fern von aller Geſellſchaft leben können. Nur ich und Emma werden in Ihrer Nähe ſein, und gewiß, liebes Kind, es iſt unter allen Verhältniſſen ein Troſt, ſich von guten und theilnehmenden Herzen umgeben zu wiſſen.
„Ueberlegen Sie meinen Vorſchlag wohl, Ma⸗ thilde! Ich muthe Ihnen nicht zu, daß Sie in Paris allein leben ſollen; in Ihrem Alter und in Ihrer Lage


