Teil eines Werkes 
10. bis 12. Bändchen (1845)
Entstehung
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dabei anſpruchslos und großmüthig, weil er Verdienſte und Thatkraft beſitzt. Glauben Sie nur nicht, liebes Kind, daß ich mich blos mit ernſten Männern abgebe. Auch in geſellſchaftlicher Beziehung liebe ich die Gegen⸗ ſätze. So verſpreche ich Ihnen dann den liebenswür⸗ digſten Gecken ſeiner Zeit, d. h. Gaſton de Senneville, einen meiner Neffen. Es iſt unmöglicht, hübſcher, an⸗ muthiger, gewandter und doch unſchädlicher, um nicht zu ſagen, unbedeutender zu ſein. Er gehört zu jenen reizenden Jünglingen, die den Reigen der An⸗ beter einer Modedame eröffnen, wie die Chorführer den Chor in den alten Tragödien. Als ich ihm mein Erſtaunen ausdrückte, ihn ſo oft bei mir zu ſehen, die keineswegs zu den Modedamen gehöre, verſicherte er mir, daß er mich erſtlich als ſeine Tante zärtlich liebe, und daß er zweitens in meiner Geſellſchaft mehr als ſonſtwo ein geſetzt Weſen und einen ſeinen Jahren fremden Ernſt ſich aneignen könne. Uebrigens iſt er nichts weniger als ſteif und vornehm und gönnt einem Jeden ſein hübſches Geſichtchen. Er verſchweigt es weislich, daß er den ſo genannten neuen Hof be⸗ ſucht; durch ihn erfahren wir Alles, was dort vorgeht; von den Frauen ſollen einige recht hübſch, doch etwas ſeltſam erzogen, die Männer aber im Allgemeinen höchſt unbegreiflich ſein. Dieß Geplauder macht uns viel Spaß. Außerdem muß jedes Haus ſich Glück wün⸗ ſchen, wenn Einer der Seinen bereit iſt, ſich dem Au⸗ ſt zum Opfer zu bringen. Weil wir die Zu⸗

unft nicht vorher wiſſen, iſt unſer Grundſatz, mit der Gegenwart ſtets in irgend einem Zuſammen⸗ hange zu bleiben.

Aber faſt hätte ich über die Nebenperſonen die Hauptperſon, einen unſerer beſten Freunde, die Seele unſtes kleineh Kreiſes, vergeſſen. Nur flüchtig gedachte ich der Rückkehr des Herrn von Rochegune; darum will! ich jetzt das Verſäumte nachholen. Beinahe würde ich ihn nicht wieder erkannt haben, ſo hat die ſüdliche