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und Niederträchtige. Man ſagt ihr nach, ſie ſtelle ihre Behauptungen gern auf die Spitze; doch thut ſie das nur, um allem Edeln und Hohen Anerkennung zu ver⸗ ſchaffen, oder das Lächerliche und Böſe, wo es ſich zeigt, ſchonungslos anzugreifen.
„Erinnern Sie ſich noch der Lady Flora Fitz⸗Allan, einer Engländerin von ausgezeichneter Schönheit, die Ihnen bei Ihrem erſten Auftreten in der Welt, im Hauſe des öſterreichiſchen Geſandten, ſo auffiel? Die Dame hat Sie nicht vergeſſen. So oft ich ſie ſehe, ſpricht ſie von Ihnen. Wie ſie mir erzählte, war ſie an jenem Abende höchſt unangenehm überraſcht worden durch die Nachricht, daß Sie, deren ſanfte Schönheit ſie bewunderte, einen ſo beißenden, boshaften Witz ha⸗ ben ſollten. Natürlich ſtand ich keinen Augenblick an, ſie über Ihren wahren Charakter aufzuklären und das Gerücht für eine ſchnöde Verleumdung — bekanntlich eine der erſten, die Fräulein von Maran laut werden ließ, — auszugeben. Sie dankte mir innigſt, denn die Möglichkeit, daß Herz und Geſicht ſich in ſolchem Grade widerſprechen könnten, habe ſie äußerſt beun⸗ ruhigt. Sie müſſen an Lady Flora zur Närrin wer⸗ den. Ihr Gemahl iſt der ächt engliſche Lord: eben ſo loyal geſinnt als ſtolz und würdevoll.
„Die Marquiſe von Sérigny und ihre Tochter, die Herzogin von Grandval, ſollten Sie ſchon bei mir geſehen haben. Wo nicht, ſo denken Sie ſich die voll⸗ kommenſte Grazie mit den anmuthigſten Sitten und einer gewiſſermaßen angebornen Eleganz verbunden; denn körperliche Reize, guter Geſchmack und Würde ſcheinen unter den Damen dieſes Hauſes erblich, eine Art ſaliſches Geſetz, zu ſein.
„Ich muß Ihnen noch die Männer nennen, die ſich oft bei mir einfinden. Zuerſt den Geſandten von ***, ein alter und vertrauter Freund, feingebildet, hochherzig, von gediegenem Verſtande, von ſeltenem Muthe, ein eben ſo tapferer, als erfahrener Krieger,


