reizenden eſicht und ſehr gewählter Eleganz in Anzug und Benehmen. Nun wohl, ſehen Sie, meine Liebe würde ſich, unter uns geſagt, ein anderes Ziel, ein höheres vielleicht, vielleicht aber auch ein niedrigeres erwählen.“ „Wahrhaftig, theure Couſine, Sie ſprechen heute durchaus in Räthſeln.“ . „Wahrhaftig, Vetter, Sie beſitzen heute eine ab⸗ ſonderlich ſchlechte Faſſungsgabe. So hören Sie denn, ich fordere entweder einen Sklaven oder einen Ge⸗ bieter. Sie können weder das Eine noch das Andere ſein. Sie beſitzen weder jene kindliche Ergebenheit noch jenes Uebergewicht, welches verwirrt und unter⸗ wirft. Wenn mich z. B. eines jener einfachen, guten, ſchüchternen Weſen mit einer Vergötterung verehrte, wie ſie der Wilde ſeinem Fetiſch widmet, ſo könnte mir dieſes blind vertrauende Weſen ungefähr jenes Mitgefühl einflößen, welches man einem armen gehor⸗ ſamen Hunde zu Theil werden läßt, welcher treu und ergeben ſeinen Herrn mit keinem Blicke verläßt, der die Hand leckt, welche ihn ſchlägt, und der überglück⸗ lich iſt, wenn er dem zum Fußſchemel dienen darf, welcher ihn aus Zorn oder Laune gerade zuvor aufs Unbarmherzigſte weggeſtoßen hat. Aber ſollte ich je⸗ mals einem jener Männer begegnen, die, ich weiß nicht durch welchen geheimnißvollen Zauber, uns auf den erſten Blick despotiſch beherrſchen, mit welch be⸗ ſcheidener und zärtlicher Unterwerfung würde ich mich vor ihm beugen, mit welch einer Vergötterung würde ich ihn meinerſeits, die ich ſo herrſchſüchtig bin, anbe⸗ ten, wie würde ich meine Gedanken, meinen Willen, mein Leben ganz dem ſeinigen unterordnen! Kniend, immer kniend vor meinem Gebieter, vor meinem Gott,
würde ich Freude, Schmerz, Hoffnung und Verzwei⸗ flung nur aus ſeinen Händen empfangen, Alles würde
von ihm ausgehen und zu ihm zurückkehren. Er brauchte nur zu mir zu ſagen; komm! — und ich


