Teil eines Werkes 
10. bis 12. Bändchen (1845)
Entstehung
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würde ergeben, reſignirt, willenlos ſein, vielleicht ſo⸗ gar verbrecheriſch. Denn die Eiferſucht einer ſolchen Liebe kann bis zum Wahnſinn, bis zur Mordwuth führen. Still! vor dieſem Gedanken, ach, vor dieſem Gedanken fürchte ich mich!“

Dieſe letzten Worte ſprach Urſula mit bewegter Stimme, ſchlug dann tiefſinnig die Augen nieder und ſchien in Träume zu verſinken.

Gontran war augenſcheinlich verwirrt, ich aber entſetzt.

Nach einigen Augenblicken des Stillſchweigens fuhr Urſula mit der Hand über die Stirne, als wollte ſie gleichſam die Gedanken, die ſie ſo verſtimmt hat⸗ ten, verjagen. Dann ſagte ſie lächelnd zu meinem Mann, welcher ſie noch immer mit Beſtürzung anſah:

„Sie ſehen wohl, daß Sie weder mein Gebieter noch mein Sklave ſein können. Wir können nur Freunde ſein und ſelbſt dieß hat noch ſeine Hacken. Sie ſind nämlich viel zu ſehr Weltmann, als daß Sie mir Ihre übelangebrachten Erklärungen und Ihre vergeblichen Bemühungen um mich verzeihen könnten. Alles genau erwogen, haben wir jetzt vielmehr die Ausſicht, Todfeinde zu werden. Finden Sie dieſen Schluß nicht ſehr originell? Wer hätte ſagen können, unſer Geſpräch würde dieſe Wendung nehmen?“

„Gewiß,“ verſetzte Gontran ſo mechaniſch, als wäre ſein Geiſt noch ganz befangen von Urſula's Worten, gewiß, es iſt wirklich ſehr originell. Aber iſt mir wohl die Frage geſtattet, weßwegen Sie uns einige Ihrer Tage haben widmen wollen?“

Mit jener Empfänglichkeit für jeden Eindruck, die urſula eigenthümlich war, brach ſie abermals in ein helles Gelächter aus und, Gontran erſtaunt anſehend, ſagte ſie:

„Ei, ei, ſind Sie denn wirklich verrückt gewor⸗

den, lieber Vetter? Verwirrt Ihnen die Leidenſchaft für mich wirklich ſchon die Sinne? Wie, Sie wollen