Teil eines Werkes 
10. bis 12. Bändchen (1845)
Entstehung
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daß ich nicht der Einzige bin, welchem man einige Eitelkeit zum Vorwurf machen kann.

Wie, verſetzte Urſula immer luſtiger,Sie glau⸗ ben, man könne nicht ohne Eitelkeit Anſprüche an Ihr Herz machen? Für Sie, der Sie mir eine kleine Lektion in der Beſcheidenheit ertheilen wollen, iſt die⸗ ſes Geſtändniß ziemlich ſonderbar. Nun gut, ich will Ihnen bekennen, daß ich, trotz meiner Ueberzeugung, Ihre Eroberung gemacht zu haben, ganz und gar nicht ſtolz darauf bin.

Alſo wähnen Sie, ich ſei ſehr verliebt in Sie?

Ich glaube, daß Sie heute noch verliebter ſind, als Sie es geſtern waren, ich glaube, daß Sie es morgen noch mehr ſein werden, als heute.

Und wie wird dieſe immer zunehmende Leiden⸗

ſchaft endigen, reizende Prophetin?

Mich angehend, wird ſie nur ein unbeſchreibliches Lachen zur Folge haben, für Sie aber vielleicht alle Grade der Verzweiflung. Denn Sie ſollten aus Er⸗ fahrung wiſſen, mein Herr Don Juan, wenn auf der einen Seite Leidenſchaft herrſcht, ſo findet ſich auf der andern faſt immer Gleichgültigkeit und Geringſchätzung, denn was mich verhindert, Ihre Liebe zu erwidern, was Sie in meinen Augen eines unverzeihlichen Fehlers zeiht, das iſt eben Ihre Liebe.

Sie wiſſen bewundernswerth mit Paradoxen um⸗ zugehen. Ich kann nicht unterlaſſen, Ihnen deshalb mein Compliment zu machen.

Das kommt Ihnen parador vor, es iſt aber ganz einfach. Man iſt ſo wenig daran gewöhnt, begründete Wahrheiten zu hören, daß ſie uns immer als paravor erſcheinen. Auf die Gefahr hin, für eine Närrin ge⸗ halten zu werden, will ich Ihnen geſtehen, daß Sie mich nicht allein darum lieben, weil ich jung und hübſch, ſondern auch weil Ihr Stolz, Ihre Eitelkeit ſich darüber beleidigt ſühlt, daß ich, Ihren früheren