Teil eines Werkes 
10. bis 12. Bändchen (1845)
Entstehung
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geſſen, welche einen Augenblick auf ihrem Antlitz flammie, wie ein Widerſchein von Purpur. Nie werde ich den glühenden, wolluſtvollen Blick vergeſſen, den ſie gen richtete, als habe ſie empfunden, was ſie ſchil⸗ erte.

Wehe! Wehe! Nie werde ich vergeſſen, mit wel⸗ cher glühenden Bewunderung Gontran ſie einige Mi⸗ nuten lang anſah; denn ſie war ſchön, o ſehr ſchön! Sie hatte allerdings nichts Schüchternes, Jungfräu⸗ liches in ihren Zügen, aber es ſprach ſich in ihnen jene Sinnlichkeit aus, die, wie man ſagt, auf die Männer ſtets einen ſo großen Einfluß übt.

Wehe! Wehe! Ich nahm in Gontrans Geſicht eine Miſchung von Schmerz, Zorn und unwillkürlicher Hin⸗ neigung wahr, welche mir ziemlich deutlich ſagte, daß er in Verzweiflung ſei, die Gefühle, von welchen Ur⸗ ſula mit einer ſo leidenſchaftlichen Beredtſamkeit ſprach, nicht in ihr hervorgerufen zu haben. Mein Schrecken vor dieſem Weibe nahm zu und ich ſtand auf dem Punkte, aus meinem Verſteck hervorzutreten und dieſe

Unterredung zu unterbrechen; allein eine ungewöhnliche Reugier bannte mich unbeweglich an meinen Platz und ich brannte vor Ungeduld, Gontrans Antwort zu ver⸗ nehmen.

Urſula ſchien meinen Mann völlig behext zu ha⸗ ven. Mit Bitterkeit entgegnete er ihr:

Sie haben, Madame, hier in der That ein voll⸗ ſtändiges Syſtem entwickelt und glücklich iſt der, wel⸗ cher es in Ausführung bringt. Ich bemerke Ihnen gegenüber mit Vergnügen, daß ich mir gegen meine Frau eine geringere Treuloſigkeit habe zu Schulden kommen laſſen, als ich ſelbſt geglaubt. Ich preiſe mich deshalb glücklich und bin Ihnen dankbar, daß Sie gee mich wenigſtens eine mehr aufrichtige Koketterie iben.

urſula brach abermals in ein Gelächter aus und verſetzte: