ſtigen Empfang, der ihr von Seiten meines Gatten zu Theil ward, dann lachte ſie, machte ein ſpöttiſches Compliment und ſagte:
„Mein Herr, ich danke Ihnen, daß Sie die Güte hatten, mir zu ſagen, wo ich die Frau Vicomteſſe von Lanery finden könne, und bin troſtlos, Sie in Ihren ernſten Gedanken geſtört zu haben.“
Und hiemit wandte ſich Urſula der Thüre zu.
„Noch ein Wort, ich bitte,“ ſagte Gontran.
Urſula, welche ſo eben im Begriff war, das Zim⸗ mer zu verlaſſen, blieb ſtehen, wandte langſam den Kopf, warf Gontran einen lebhaften, koketten Blick zu, erhob drohend ihren Finger und ſagte:
„Ein Wort, es ſei, aber nicht mehr; ich weiß, es iſt ſehr gefährlich, Sie anzuhören, vielleicht gefähr⸗ licher noch, als Sie zu ſehen. Nun, ſchnell heraus mit Ihrem Wort, mein ſchöner, melancholiſcher Vetter!“
„Was ich Ihnen zu ſagen babe, gnädige Frau, iſt von ernſter Bedeutung.“
„Wirklich? Von ernſter Bedeutung? Nun, dar⸗ über bin ich entzückt, es wird einen hübſchen Gegen⸗ ſatz zu Ihren gewöhnlichen Thorheiten und Leichtfer⸗ tigkeiten abgeben. Sprechen Sie alſo, ich höre.“
„Als ich Sie vor zwei Monaten in Rouvray ſah,“ ſagte Gontran, „konnte ich es nicht verbergen, daß ich Sie reizend fand.“
„Das iſt richtig, mein Herr und ſehr werther Vet⸗ ter, und ich erinnere mich auch, daß Sie mir in einer gewiſſen Hagebuchenallee ſogar eine Erklärung machten, welche ſehr am unrechten Platze war und auf welche ich Ihnen auch die paſſendſte Antwort gab, indem ich mich über Sie luſtig machte. Nur weiter, Ihr er⸗ habener, ceremoniöſer Ernſt erbaut und unterhält mich ſehr. Wo wollen Sie denn hinaus?“
Gontran warf einen triumphirenden Blick nach der Gegend meines Verſteckes hin und verſetzte:


