Teil eines Werkes 
10. bis 12. Bändchen (1845)
Entstehung
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ihn zweifelsohne ſehr liebte und ſich eben ſo geliebt glaubte!

Ich bin noch im gegenwärtigen Augenblick der Ueberzeugung, daß mein Gatte damals wirklich ent⸗ ſchloſſen war, eine flüchtige Laune der ernſten, heiligen Neigung, welche mir gebührte, zum Opfer zu bringen. Eine einzige Beſorgniß beſchlich mich: Urſula war ſo liſtig, ſo gewandt, ſie wußte ihrer Stimme, ihren Thränen einen ſo verführeriſchen Reiz zu verleihen, daß mein Gatte dem rührenden Ausdruck ihres Schmerzes vielleicht nicht zu widerſtehen vermochte.

Dieſe Betrachtungen waren gedankenſchnell an mei⸗ nem Geiſte vorübergegangen.

Ich vernahm Urſula's leichte Schritte und raſch zog ich mich in mein Verſteck zurück.

Zweites Kapitel. Die Unterredung.

Als Urſula mein Zimmer betreten, ſchien ſie er⸗ ſtaunt, mich nicht daſelbſt anzutreffen.

Ihr Geſicht war lächelnd und heiter, Gontrans Züge aber waren ernſt und kalt. Er lehnte am Kamin. *

Nachdem Urſula die Thüre hinter ſich zugeklinkt, ſagte ſie:

Sie hier? Wo iſt denn Mathilde?

Sie hat mich ſo eben verlaſſen, um den For⸗ derungen eines ihrer Armen Genüge zu leiſten; ſie läßt Sie bitten, ſie zu entſchuldigen und ſie bald im Garten⸗ pavillon aufzuſuchen.

Urſula ſchien Anfangs verwundert über den fro⸗