zogen, ſo werden Sie Alles ſehen und hören. Wenn Ihre Couſine kommt, werde ich ſie in Ihrem Namen um Entſchuldigung bitten, daß Sie weggegangen, und ihr ſagen, Sie erwarteten ſie im Gartenpavillon. Ich werde ſie einige Minuten zurückhalten, dann wird ſie gehen, um Sie aufzuſuchen. Dann werden Sie Ihr Verſteck verlaſſen —“
Und Ihnen zu Füßen ſinken, Gontran, um Ihnen tauſendfachen Dank zu ſagen, daß Sie mir an einem Tage all das Glück zurückgeben, welches ich verloren glaubte.
Nach dem Wunſche meines Gatten ließ ich Urſula durch Blondeau zu mir bitten.
Mit pochendem Herzen trat ich in den Alkoven; die zärtlichen Zuſicherungen Gontrans, ſeine Aufrichtigkeit, dies Alles mußte mich beruhigen, und dennoch zauderte ich einen Augenblick.
Es kam mir vor, als übernähme ich eine unwür⸗ dige Rolle, indem ich insgeheim dem bevorſtehenden Geſpräche beiwohne.
Ich muß geſtehen, daß weniger die Hoffnung, meine Nebenbuhlerin zu demüthigen, als der wunder⸗ liche, peinvolle Wunſch, einer Scene anzuwohnen, welche für eine Frau ſo fremd und neu ſein mußte, meiner Unſchlüſſigkeit ein Ende machte.
Ich kannte an Urſula den klagenden, ſchwermü⸗ thigen Ton, ich wähnte, ſie würde in Thränen aus⸗ brechen, wenn mein Gatte ihr ſeine Meinung begreif⸗ lich machte.
Ihre Liebe zu Gontran nach der meinigen bemeſ⸗ ſend, glaubte ich, dieſe Scene müſſe für meine Cou⸗ fine ſehr ſchmerzlich ſein. War es Schwachheit, war 6 Großmuth: ich konnte nicht umhin, ſie zu be⸗
agen.
Ich beſorgte ſogar, Gontran möchte, veranlaßt durch meine Gegenwart, zu hart gegen ſie ſein.
Welches Erwachen für dieſe arme Frau, welche


