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„Wir wollen daran denken, Mathilde, Sie haben Recht. Welches Glück, einen frivolen und unnützen Lurus mit der rührenden Fürſorge für ein Weſen, wel⸗ ches uns das theuerſte iſt, zu Lertalſchen! Ach, nie wird der Reichthum uns glücklicher gemacht haben.“
Sehen Sie, mein Freund, wenn ich denke, daß jede meiner Entbehrungen das Wohlbehagen meines Kindes erhöhen dürfte, fürchte ich recht ſehr, geizig zu werden.
„Geliebte, theure Freundin, ſeien Sie ruhig. Ich fühle gleich Ihnen die Pflichten, welche uns jetzt ob⸗ liegen. Ich werde mich keiner derſelben entziehen. Wie Sie, Mathilde, hat auch mich dieſe Sache verwandelt,“ ſetzte Gontran mit einem unnachahmlichen Ausdruck von
Liebenswürdigkeit und Zärtlichkeit hinzu.
Seine Worte waren aufrichtig. Ich kannte ſeine Züge hinlänglich, um den Stempel der Wahrheit und Rührung auf denſelben wahrzunehmen.
Als er mir ſein Bedauern ausdrückte, mich gekränkt zu haben, redete er wahr. Die ſtarrſten Herzen, die verhärtetſten Charaktere ändern ſich oft plötzlich auf herrliche Weiſe. Gontran war eines edeln Gefühles um ſo mehr fähig, da er von Natur nicht ſchlecht, ſondernrnur durch das Leben verdorben war.
Ich wiederhole es: mit Ueberzeugung glaube ich, daß in dieſem Augenblick mein Gatte mir wieder das war, was er mir im Anfang unſerer Ehe geweſen.
Ich war ſo voll von dieſer Ueberzeugung, es erſchien
mir ſo natürlich, daß Gontran's flüchtige Neigung für Urfula durch die Entdeckung, welche ich ihm mitgetheilt, verſchwunden ſein müſſe, daß ich ohne Weiteres und ohne die geringſte Verlegenheit zu ihm ſagte:
Mein Freund, wie werden wir nun Urſula ent⸗ fernen? Bei dieſer naiven Frage ſah mich Gontran errs⸗ thend und verwundert an.
Sie ſind verwundert, mich ſo von meiner Coufine


