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groß, daß es mir unmöglich war, zwiſchen mir und ihr einen Vergleich anzuſtellen.
Zum erſten Mal ſeit langer Zeit trat ein unge⸗ zwungenes Lächeln auf meine Lippen, als es mir ein⸗ fiel, daß ich am geſtrigen Tage die Anmuth, mit wel⸗ cher ich Urſula reiten geſehen, und das glänzende Bril⸗ lantfeuer ihres Geiſtes beneidet hatte.
Ich zuckte bei dieſer Erinnerung die Schultern.
In meinem unermeßlichen, großmüthigen Stolz rührte mich die arme Frau, welche wahrſcheinlich ihrer Reigung für Gontran nicht hatte widerſtehen können einer Reigung, deren unwiderſtehliche Gewalt ich annte.
Mein Gott, dachte ich, welches Erwachen ſteht Ur⸗ ſula bevor nach dem Traume weniger Tage!
Dann rief ich unſere Kindheit, unſere frühere Freundſchaft mir im Gedächtniß zurück. Das Glück macht ſo mitfühlend, daß ich um meiner Couſine we⸗ gen Bekümmerniß empfand.
Ich verſprach mir, meinen Mann zu bitten, daß er Urſula mit Schonung erkläre, ſie könne nicht län⸗ ger bei uns bleiben.
Ich wollte keinen grauſamen Mißbrauch von mei⸗ nem Triumphe machen.
Es wäre rein unmöglich, zu beſchreiben, welche mächtige Umwandlung das Gefühl, Mutter zu ſein, in meinem Gedankenkreiſe hervorrief. Etnſte, gewich⸗ tige, faſt ſtrenge Gedanken erhoben ſich in mir, als wolle Gott den Geiſt und das Herz einer Mutter zu den heiligen Pflichten vorbereiten, welche ſie an ihrem Kinde zu üben hätte. .
Bis jetzt ſchwach, ſchüchtern und ergeben, fühlte ich mich plötzlich ſtark, entſchloſſen und muthig. Die Hand Gottes hielt mich.
Ein neuer Geſichtskreis that ſich mir auf. Die
Schranken, welche meine Exiſtenz bewegten, ſchienen


