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tran mich betrogen, und dennoch empfand ich für ihn nur Milde und gränzenloſe Nachſicht.
Mein Gatte hatte ſich einer flüchtigen Neigung überlaſſen; es war eine Schwäche, ein Fehler, aber er war ja der Vater meines Kindes, ihm verdankte ich die neuen, himmliſchen Empfindungen, welche mich durchſtrömten.
Dieſe Gedanken weckten in mir eine unſägliche Zärtlichkeit und Anhänglichkeit, Achtung und Dankbar⸗ keit, welche mir weder den Willen noch den Muth ließen, Gontran ſeiner begangenen Verirrungen anzu⸗
klagen. Und was die Zukunft anging — o, die Zu⸗
kunft! jetzt fürchtete ich ſie nicht mehr.
Die Entdeckung, welche ich meinem Gatten zu machen hatte, ſicherte mir, ich will nicht ſagen, ſeine Liebe, ſeine beſondere Sorgfalt und Aufmerkſamkeit, aber doch eine gewiſſé zärtliche, fromme Verehrung von ſeiner Seite. Ja, es war mehr, als eine Hoff⸗ nung, mehr, als eine Ahnung, die mich an eine Zu⸗ kunft glauben ließ, mit welcher verglichen ſogar das Glück der in Chantilly zugebrachten und immer ſo ſchmerzlich betrauerten Tage mir blaß und traurig er⸗ ſcheinen mußte.
Ja, ich ſetzte in mein zukünftiges Glück ein tiefes, feſtes, unerſchütterliches Vertrauen, welches aus dem heiligſten der göttlichen und natürlichen Gefühle ent⸗ ſprang.
In dem Augenblick, wo Gott alſo meine Liebe ſegnete und billigte, wäre es ja Gottesläſterung ge⸗ weſen, wenn ich hätte an der Zukunft zweifeln wollen.
Bezugs Urſula's fühlte ich nur noch eine Art theil⸗ nehmender Geringſchätzung, ein Mitleid, welches ihr Schutz verſprach. Ich vermochte ihr nicht mehr durch Eiferſucht eine Ehre anzuthun und konnte ihr gegen⸗ über nicht mehr bis zum Haſſe herabſteigen.
Ich ſchwebte in einer ſo erhabenen Sphäre, die Ue⸗ berzeugung meines Uebergewichts über Urſula war ſo


