Teil eines Werkes 
7. bis 9. Bändchen (1845)
Entstehung
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Jäger zurückgehalten, ließ ein wildes Knurren hören

und die Augen der Hunde funkelten in der Dunkelheit. In des Hofes Mitte ſtand der erſte Jäger des Herrn von Lanery. Er hatte den Ausbruch des Hir⸗ ſches mit der Haut des Thieres bedeckt, ergriff den Kopf beim Geweihe und ſchwenkte ihn vor den Augen der Hunde hin und her. Immer noch zurückgehalten, ſtieß die Meute ein

wüthendes Geheul aus, bis man ihr geſtattete, ſich

unter Hörnergeſchmetter über die blutigen Ueberreſte herzuſtürzen, worauf alsbald ein erbitterter Kampf zwiſchen dieſen achtzig Hunden entſtand, welche heulend über einander herfielen und ſich die blutigen Einge⸗ weide ſtreitig machten.

Dieſes Schauſpiel empörte mich. Ich kehrte in den Salon zurück, deſſen Fenſter auf die Terraſſe hin⸗ ausgingen.

Herr Secherin war hinabgelaufen, um die Sache mehr in der Nähe mitanzuſehen. 2

Ich fühlte mich durch phyſiſches Unwohlſein mehr, als je, bedrückt, und zum erſten Mal fragte ich mich, was wohl die Urſache davon ſein könnte.

Ich ſank auf einen Seſſel, der, von einem Vor⸗ hang halb verborgen, an einem der Fenſter ſtand. Mechaniſch blickte ich auf den Widerſchein der letzten Helle der erlöſchenden Fackeln, denn die Ausweidung war vorüber.

Da ſah ich Gontran und Urſula einen Augenblick draußen vor dieſem Fenſter ſtille ſtehen.

Gontran umſchlang mit einem Arm die ſchlanke Taille Urſula's und näherte, des ſchwachen Widerſtre⸗ meiner Couſine ungeachtet, ſeine Lippen ihrer

ange.

Nie werde ich vergeſſen, was ich in dieſem Au⸗ genblicke empfand.

Einer ſeltſamen Fügung zufolge enthüllte mir, ſo zu ſagen, der grauſamſte Schmerz, den ich je gefühlt, die unſäglichſte Freude, welche ich je empfand.