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ſie ihm einflößte. Es entſpann ſich eine Art geiſtigen Wettkampfs zwiſchen ihm und ihr und er war oft im Nachtheile. Er ſchien durch das Uebergewicht dieſer Frau, welche ihn mehrmals durch einen beißenden Sarkasmus zum Schweigen brachte, beinahe bezaubert, beherrſcht zu werden. Sonderbar und unmöglich mag es faſt erſcheinen, daß mir die Art ſpöttiſcher Ueberlegenheit weh that, womit Urſula meinen Mann behandelte. — Herr Secherin ſelbſt ſagte mir leiſe, er hätte ſei⸗ ner Frau nie ſo viel Geiſt zugetraut. Ich wußte mir dieſe Veränderung indeſſen wohl zu erklären. Es gibt gewiſſe Naturen, welche ſich fo u ſagen nie vollſtändig offenbaren, bis ſie ſich in ihrem eigentlichſten Element befinden. So war Ur⸗ ſula weſentlich für ein Leben des Luxus, der Pracht, der Feſte, der zügelloſen Freuden geſchaffen. Ein Jahr⸗ hundert früher würde ſie eine von jenen geiſtreichen - und ſchamloſen Frauen geweſen ſein, welche die Kö⸗ niginnen der Orgien zur Zeit der Regentſchaft waren. Sie befand ſich ſeit ihrer Heirat zum erſten Male in einer Lage, welche ihrem Geſchmack zuſagte, und zweifelsohne offenbarte ſich nun ihre wahre Sinnes⸗ weiſe ihr ſelbſt faſt unbewußt. Nachdem die Tafel vorüber, ſollte bei Fackelſchein der Hirſch auf dem Hofe ausgebrochen werden, da Gontran der Madame Secherin dieß blutige Schau⸗ ſpiel vorbehalten hatte. Gegen die neunte Abendſtunde bließen die Jäger einige Fanfaren und wir betraten eine Terraſſe, welche die Ausſicht auf den großen Schloßhof darbot und vor den Fenſtern des Salon ſich hinzog. Die von unſern Bedienten in Staatslivree ge⸗ haltenen Fackeln warfen ein röthliches Licht auf die Gebäude, von denen ein Theil ganz im Dunkel dalag. Es war eine trübe Scene. Die gierige, unge⸗ duldige Meute, nur mit Mühe durch die Peitſchen der


