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Der Wagen ſetzte ſich wieder in Bewegung. — Nach Verfluß von einer halben Stunde etwa ſchickte uns Gontran einen ſeiner Leute, um uns ſagen zu laſſen, daß der Hirſch in einem Teiche erreicht wor⸗ den, der Weg dahin aber zu ſchlecht ſei, um zu Wagen * dahin zu gekangen; er laſſe mich deßhalb bitten, nach dem Schloß zurückzukehren, wo er uns mit Madame Secherin wieder treffen würde. Wir fuhren nach Maran, welches wir nur einige Augenblicke vor Gontran und Urſula erreichten. Nach⸗ dem wir uns zum Eſſen umgekleidet, kamen wir im Salon zuſammen. Hier traf ich meinen Gatten, Ur⸗ ſula und meinen Vetter. Bei Tiſche drehte ſich die Unterhaltung um die heutige Jagd. Gontran zollte dem Muth und der Gewandtheit Urſula's das größte Lob, und dieſe verſicherte ihrerſeits, nie ein lebhafteres Vergnügen empfunden zu haben. — Meine Couſine war viel munterer, als am Tage zuvor. Sie ſchien ſich wenig darum zu kümmern, in meinen Augen ihr ſchwermüthiges Weſen beizubehalten. Ohne Umſtände nahm ſie einige Toaſte an, welche Gontran auf mein Wohl ausbrachte, und trank, ohne ſich ſehr nöthigen zu laſſen, einige Gläſer Champag⸗ ner, und zwar zur großen Verwunderung ihres Gat⸗ ten, welcher immerfort wiederholte: „Meine Frau iſt ja ein wahrer Teufel!“ Zum erſten Mal ahnte ich, die Lebhaftigkeit, Heiterkeit und Ungenirtheit meiner Couſine gewahrend, 6 wie ſehr kühn und unbezähmbar ſie ſei. Bisher war ſie mir nur verſtellungsfähig erſchie⸗ nen. Ihre frechen Lügen waren ſtets in heuchleriſche Formen gekleidet geweſen und indem ſie ihre großen, in Thränen ſchwimmenden Augen zum Himmel auf⸗ geſchlagen, hatte ſie den Augenſchein ſelbſt geleugnet. Run ich ſie aber bei Tiſche ſo heiter, ſo entſchloſſen ſah, als ich ihre lebhaften und glänzenden Ausfälle ₰ hrie, fund ich ſie noch viel gefährlicher. Mein Gatte verbarg die Bewunderung nicht, welche


