Teil eines Werkes 
7. bis 9. Bändchen (1845)
Entstehung
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Weibchen. Herr von Lanerg, ich empfehle ſie Ihnen, rief Herr Secherin.

Urſula und Gontran ſetzten ihre Pferde in einen kurzen Galopp und ritten dicht neben einander über einen Raſenplatz, welcher die Allee begränzte, durch die wir fuhren. Eine Zeit lang blieben wir ihnen zur Seite und ich verfolgte ſie mit den Augen, ſo weit ich konnte, allein bald verſchwanden ſie in einem gewun⸗ denen Baumgange, wohin der Wagen ihnen nicht fol⸗ gen konnte, und ich verlor ſie aus dem Geſicht.

Alle dieſe Umſtände müſſen denen kindiſch erſchei⸗ nen, welche die zahlloſen Qualen der Eiferſucht und die ſchmerzenden Wunden verletzter Eitelkeit nicht kennen.

Der ſcheinbar ſo unbedeutende Auftritt, den ich ſo eben beſchrieben, hatte mich aber in ſolche Verwir⸗ runggeſetzt, daß ich im Begriff war, eine nichtswürdige Handlung zu begehen nämlich Urſula's Benehmen bei Herrn Secherin zu verklagen, meinen Argwohn gegen ſeine Frau ihm mitzutheilen.

Glücklicherweiſe feſſelte die Scham dieſes Ge⸗ ſtändniß auf meinen Lippen. Hätte mein Vetter nur den mindeſten Scharfſinn beſeſſen, ſo hätte er die Ur⸗ ſache meiner Unruhe, meiner Aufregung errathen müſ⸗ ſen. Ich antwortete ihm nur zerſtreut und verſank zuweilen in tiefe Träumereien, die kaum durch den Lärm der Jagd unterbrochen wurden, welche zeit⸗ weiſe die breiten Alleen durchkreuzte, die an den großen freien Plätzen zuſammenliefen, auf deren einem wir, geleitet von einem der Diener des Herrn von Lanery, uns aufgeſtellt hatten, um ſie vorbeikommen zu ſehen.

Was einen beſonders tiefen, eigenthümlichen und ſchmerzlichen Eindruck auf mich machte, war der Um⸗

ſtand, daß ich Gontran und ürſula ſtets dicht neben einander plötzlich im Hintergrunde irgend einer ſchat⸗ tigen Allee erſcheinen ſah. Der fromme, ſchwermü⸗ thige Ton der Hüfthörner, welche im Walde wider⸗ hallten, das dumpfe Gebell der Meute kamen mir ganz trübſelig, ſchrecklich vor.