Teil eines Werkes 
7. bis 9. Bändchen (1845)
Entstehung
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Dieſe aber achtete der Warnungen nicht. Mit gerötheten Wangen, die Purpurlippen von ſpöttiſchem Lächeln verzogen, die Augen von Zorn blitzend, ver⸗ ſetzte ſie Stella einen neuen Schlag, ſo daß das Thier einen gewaltigen Sprung machte und ich einen Schrei des Schreckens ausſtieß.

Uurſula ſchien durchaus nicht eingeſchüchtert zu ſein, ſondern beugte ſich über den Hals Stella's und ſtrei⸗ chelte ſie mit einer ſo natürlichen Bewegung, als wäre ſie ſich keiner Gefahr bewußt.

Bravo, Coufine, herrlich! rief Gontran, un⸗ fähig, ſeine Bewunderung zu verbergen:Welche Kalt⸗ blütigkeit, welcher Muth!

Noch mehr angeſpornt durch dieſes Lob, wollte i die Widerſetzlichkeit ihres Pferdes beſiegen und daſſelbe zwingen, ſich dem Wagen zu nähern. Einige abermalige, mit feſter Hand verſetzte Gertenhiebe brach⸗ ten Stella nach einem nochmaligen Kampf zum Gehor⸗ ſam, nach einem Kampfe, bei welchem ſich das Thier bäumte, ſtatt bloß Sprünge zu machen. Urſula, deren feiner Wuchs allen Bewegungen des Pferdes mit der Gewandtheit einer Schlange folgte, ſaß ſo feſt im Sattel, daß ſie keinen Augenblick ſchwankte.

Dieſer Zufall, welcher meinem Wunſche gemäß zum Nachtheil meiner Couſine ausfallen ſollte, diente alſo nur dazu, ihr neue Reize zu verleihen. Sie bändigte das Pferd und zwang es, dem Wagen zur Seite zu bleiben. Stolz lächelnd ſtreichelte ſe den Hals Stella's mit ihrer kleinen weißen Hand, welche ſie kokett ihres Handſchuhes entkleidete, und warf Gontran einen blitzenden Blick zu, als wollte ſie ihm ſagen, daß ſeine Gegenwart es ſei, was ihr ſo viel Muth einflöße.

Nun, Couſine, rief Herr Secherin,was habe ich Ihnen geſagt? Iſt ſie kühn? Geſtehen Sie nur, daß das ein leibhaftiger Page iſt.

In der That, Madame, ſagte Gontran, indem er ſich Urſula näherte,ich kann von meinem Erſtau⸗