Nein, aber —
„Aber, was wollen Sie damit ſagen?“
Ich werde Urſula bitten, wieder abzureiſen.
„Sie? und weßhalb?“
Weil — weil —
„Nun?“
Weil ich Urſache habe, ihre Gegenwart zu fürch⸗
ten, — weil ich eiferſüchtig auf ſie bin, Gontran. „Auf Ihre Couſine? Bah, Sie find wahnſinnig,
liebe Freundin.“ —
Ich bin nicht wahnſinnig, Gontran! Der Inſtinkt
meines Herzens täuſcht mich nicht.
„Wenn die Sache ſich ſo verhält, ſo werden Sie ihr den Aufenthalt in Maran angenehm machen! Dieſe Viſion verſpricht Etwas. Man ſoll bei Ihnen doch nicht einen Augenblick Ruhe genießen. Ach, was ha⸗ ben Sie doch für einen unglücklichen Charakter, für ſich und für Andere!“
Aber, mein Gott, es iſt ja nicht meine Schuld, wenn ich Argwohn habe, wenn —
„Aber ich wiederhole es, Ihr Argwohn iſt wider⸗ ſinnig. Bedenken Sie doch, daß das mich grundlos anklagen und Sie ſelbſt quälen heißt.“
Wirklich? Gontran gewiß? Gontran ſeien Sie
großmüthig und beruhigen Sie mich!
„Arme Mathilde,“ ſagte Gontran mit rührender
Würde; „ich will nicht mehr von meiner Liebe mit Jh⸗
nen ſprechen, denn Sie würden mir vielleicht nicht
mehr glauben, allein ich ſage Ihnen, daß Herr Se⸗ cherin als ein Verwandter bei uns wohnen wird und
daß ich ein Elender wäre, wenn ich auch nur im Ent⸗
fernteſten daran dächte, die ihm von uns angebotene Gaſtfreundſchaft ſo feig zu mißbrauchen.“ Ich drückte Gontran's Hand in der meinigen, denn
ſeine edelmüthigen, einfachen Worte gaben mir neuen
uth. ürſula und ihr Mann traten wieder ein. Ich fand meine Couſine ſo hübſch, ſo rofig und friſch, ihre
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