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ſen auf einige Augenblicke, und ich konnte nicht umhin, meinem Mann zu ſagen:
Sie wußten wohl, daß Urſula hier wäre?
„Weßhalb? Weil ich die Jagdkleider abgelegt habe, und dies nicht thue, wenn ich hier mit Ihnen allein bin?“
Ohne Zweifel iſt es eine Kinderei, aber es ſcheint mir, daß Sie das, was Sie für eine Fremde thun —
„Wohl auch für Sie thun könnte?“ unterbrach er mich.
Ich glaube, mein Freund, daß ich nicht weniger Recht, als meine Couſine, darauf habe, von Ihnen mit Achtung behandelt zu werden.
„Erlauben Sie mir, meine theure Freundin, die Bemerkung, daß die Achtung nicht in einem ſo oder anders geformten Kleidungsſtück beſteht. Es iſt ganz einfach, daß ich mich anſtändig kleide, um Ihre Cou⸗ ſine zu empfangen. Ich habe ſe nicht eingeladen, hie⸗ her zu kommen, ſondern Sie, und glaube deshalb, mich Ihnen angenehm zu erweiſen, wenn ich ſie ſo gut als möglich empfange und ihr die Aufmerkſamkeit be⸗ zeige, welche jeder Mann einer Frau ſchuldig iſt, die er als Gaſt bei ſich empfängt.“
Sie wußten alſo nicht, daß Urſula dieſen Herbſt
hieher kommen würde? fragte ich meinen⸗Mann, in⸗ dem ich in ſeinen Zügen zu leſen fuchte. „Es war mir völlig unbekannt. Jetzt aber bin ich darüber entzückt. Die Anweſenheit Ihrer Couſine wird Ihnen Zerſtreuungen gewähren und ihr Mann iſt der beſte Menſch von der Welt. Aber was iſt Jh⸗ nen denn? Die Ankunft Ihrer Jugenfreundin ſcheint Ihnen nicht ſo viel Vergnügen zu gewähren, als ich erwartete.“
Ich habe hiefür meine Gründe, mein Freund, und ich fürchte, der Aufenthalt meiner Couſine hier wird nicht ſo lange dauern, als ſie vielleicht erwartet.
„Die Geſchäfte ihres Mannes werden ihren Be⸗ ſuch wohl abkürzen. Hat ſie Etwas darüber geäußert?“


